Hoffnung auf günstigere Tickets nach Hannover

Hameln-Pyrmont (mf). Gibt es nun doch schon bald ein neues Ticket für Fahrten aus dem Weserbergland nach Hannover? Der (alte) Traum von Fahrgästen in Hameln-Pyrmont und Schaumburg könnte wahr werden. Denn die Beteiligten befinden sich offenbar kurz vor dem Zielbahnhof: Für Ende März ist das angeblich alles entscheidende Treffen vorgesehen, bei dem sämtliche noch offene Fragen geklärt und ein Fahrplan zur Einführung der neuen Tickets festgelegt werden soll.

Die Verhandlungen zwischen der Regionsverwaltung mit dem Landesverkehrsministerium, den umliegenden Landkreisen und den betroffenen Nahverkehrsunternehmen sind so zäh, weil es um viel Geld geht. Denn der Kauf der neuen Fahrkarte soll nicht nur bequemer werden, sondern vor allem auch rund 25 Prozent billiger sein als die bisherige Kombination von Tickets der Deutschen Bahn und des Großraumverkehrs Hannover (GVH).

Seit Jahren wird über die Details zur Erweiterung des GVH-Tarifgebietes in die Landkreise rund um Hannover gerungen. Von einer „unendlichen Geschichte“ spricht Andreas Manz, der Wirtschaftsförderer im Kreishaus in Hameln. „Jeder hat unterschiedliche Interessen.“

Mattern hat „die große Hoffnung“, dass im März „die Kuh vom Eis geholt wird“. Bis dahin lägen aktuelle Daten zu den Fahrkartenverkäufen vor. Auf dieser Grundlage werden die anfangs zu erwartenden Einnahmeausfälle berechnet – und auf die Landkreise umgelegt. Hameln-Pyrmont hat hierfür 500000 Euro im Haushalt 2017 eingeplant. Die Beteiligten – dazu zählen auch die Landkreise Nienburg, Celle und der Heidekreis, nicht mehr hingegen Hildesheim und Peine – setzen darauf, dass die attraktiveren Preise innerhalb weniger Jahre so viele Menschen zusätzlich in die Züge locken, dass die Zuschüsse aus kommunalem Steuergeld wegfallen können.

Nach der „großen Runde“ im Frühjahr könnte der daraus resultierende Vertragsentwurf mit den Verkehrsunternehmen abgestimmt und „vor oder nach der Sommerpause“ (Mattern) in den Kreistagen verabschiedet werden. Das Votum in Hameln-Pyrmont sieht Manz als Formsache an, denn der Beitritt zum GVH werde heiß ersehnt und sei politisch unstrittig. „Wir könnten sofort loslegen“, unterstreicht Manz.

Umsetzung

braucht Zeit

Doch selbst wenn die Signale auf Grün gestellt sind, braucht es noch Zeit für die technische Umsetzung: Die Fahrscheinautomaten müssen programmiert, Informationsmaterial erarbeitet und Personal geschult werden. Mattern kann sich den 1. Januar 2018 als Starttermin vorstellen. Das habe den Charme, dass zu diesem Tag beim GVH ohnehin ein Tarifwechsel mit einer Fahrpreiserhöhung anstehe. Jeder andere Zeitpunkt für die neuen Großraumtickets wäre mit Mehrkosten verbunden.

Analog zu den bestehenden Pendlercards wird es die Einzelfahrscheine im erweiterten Großraum in drei Abstufungen geben – je nach Entfernung der Bahnstationen zur Landeshauptstadt. Die Integration des Linienbusverkehrs Hameln-Pyrmonts in das GVH-Tarifsystem ist derzeit nicht geplant. Doch das letzte Wort scheint hier noch nicht gesprochen zu sein. Der neue Bus-Chef Arne Behrens plädiert vehement „für die verbundweite Lösung“, für den Beitritt der Hameln-Pyrmonter Öffis zum GVH – tariflich und fahrplantechnisch. Auch mit der Niedersachsentarif GmbH, die für einen landesweiten Nahverkehrstarif eintritt, wolle er sprechen. Das Ziel: Wer in Börry in den Bus einsteigt, in Kirchohsen in den Zug wechselt, nach Celle fährt und dort nochmals den Linienbus benutzt, soll mit einem einzigen Fahrschein auskommen. „Die Inkludierung aller Öffis ist für Hameln-Pyrmont auch touristisch interessant“, so Behrens. Die Gäste müssten sich dann nicht mehr in das hiesige Tarifsystem hineindenken.

Die Öffis in Hameln-Pyrmont haben auf Initiative des Landkreises gerade erst die Preise radikal gesenkt – laut Behrens „in Deutschland einmalig“. Dies sei auch in Hannover mit Interesse registriert worden, wie Mattern sagt. Für eine ländliche Region könne es die richtige Methode sein, um Zusteiger zu gewinnen. Die „Metropole“ Hannover hingegen verzeichne auch ohne solche Maßnahmen stetige Fahrgastzuwächse. Behrens sieht in den verbilligten Busfahrscheinen für Hameln-Pyrmont kein Hindernis, um nicht auch im GVH mitmischen zu können, beides ergänze sich. Man werte nun die Erfahrungen aus und wolle „einen Schritt nach dem anderen machen“.