Polizeischutz für Pyrmonts Palmen

Bad Pyrmont (yt/uk). Ein Konvoi mit fünf Palmen rollt vom Winterquartier der Bad Pyrmonter Staatsbadgärtnerei am Kurpark zum Bahnhof. „Das sind rund drei Kilometer, auf denen wir mit unseren Gabelstaplern den Verkehr zumindest hinter uns ausbremsen müssen“, weiß Reiner Leitsmann vom Staatsbad aus Erfahrung, dass da nicht immer sehr einsichtig reagiert wurde.

Deshalb führte Polizeioberkommissar Hermann Frede den Tross aus den zwei bis vier Tonnen schweren und gut 100 Jahre alten Palmen mit einem Einsatzfahrzeug mit Blaulicht an. Zumal die Palmen auch ziemlich weit in der Mitte der Fahrbahn gefahren werden mussten, damit die Palmkrone nicht mit den Alleebäumen kollidierte. Mit Streifenwagen und Blaulicht wurde dann auch die Kreuzung vor dem Bahnhof blockiert, damit die fünf Transportfahrzeuge des Staatsbades die Exoten ungehindert und unversehrt auf den Bahnhofsvorplatz manövrieren konnten.

Eigentlich keine große Sache, und in wenigen Minuten war die Aktion vergangenen Mittwoch auch beendet, die Autofahrer hatten auch kaum eine Grünphase an der Ampel verpasst. Zumal Frede auch sehr umsichtig die Fahrzeuge auf den verbliebenen Streckenabschnitten lotste, sodass es kaum zu Behinderungen kam.

Im Palmengarten am Kurpark ging die Arbeit am Mittwoch erst richtig los. Hier sind Mitarbeiter des Staatsbades, des städtischen Bauhofes und angeheuerter Dienstleister damit beschäftigt, den Palmengarten – eines der Wahrzeichen Bad Pyrmonts – aufzubauen. Erstmals kann sich das Team von Gärtnermeister Michael Mäkler dabei an einer farblichen Zuordnung der verschiedenen Palmengruppen zu den einzelnen Beeten orientieren.

Und das klappt offensichtlich ganz gut. Immerhin stehen in den Palmenhäusern über den Winter gut 500 Pflanzen in Kübeln, da ist Orientierung wichtig. „Für den Aufbau haben wir ein Gestaltungskonzept entworfen, das sich an den drei Sichtachsen ausrichtet“, so Mäkler. Im Detail bedeutet das, dass große und kleine Palmen im Wechsel aufgestellt und die einzelnen Beete grundsätzlich mit einer kleinen Palme abgeschlossen werden. „Die Pflanzen, die im Herbst zuletzt in die Palmenhäuser gefahren wurden, kehren jetzt als erste in den Kurpark zurück“, erläutert Mäkler, der davon ausgeht, dass die Arbeiten bis Freitagmittag abgeschlossen sein werden.

Der Kurparkverantwortliche musste sich schon Wochen vorher auf den Termin für den Aufbau festlegen, ohne zu wissen, wie kalt es an diesen Tagen ist. „Für Mittwoch waren sogar Minustemperaturen von vier bis fünf Grad angesagt worden“, berichtet er. „So kalt ist es dann aber glücklicherweise nicht geworden.“ Die Palmen, die in dieser Woche in den Kurpark transportiert wurden, können zwar Minusgrade grundsätzlich vertragen, aber ihre Blätter könnten sich verfärben, was nicht schön aussehen würde. Die zarten Schneeflocken, die zeitweise am Mittwoch vom Himmel fielen, bildeten einen eher malerisch anzusehenden Kontrast. Subtropische Pflanzen wie Bananen, Hibiskus oder Engelstrompete werden meistens ohnehin erst in der zweiten Maihälfte ins Freie gebracht.

Über 40 verschiedene Arten verfügt das Staatsbad. Das reicht von der Dattelpalme aus Afrika über die Hanfpalme aus Asien bis hin zur Geleepalme aus Südamerika. „Wir haben Palmen von jedem Kontinent“, stellt Mäkler stolz fest. So gesehen ist also bis zum Herbst wieder die Welt zu Gast im Pyrmonter Kurpark.