In die Mülldebatte kommt Bewegung

Hameln (ey). Vermüllte Weseruferbereiche, verschmutzte Glascontainerstellplätze, überquellende Abfallbehälter – in die Debatte um die offensichtlichen Müll- und Schmutzprobleme in Hameln kommt Bewegung. Neben Bürgern, die die Zustände in unterschiedlichen Bereichen beklagen, will jetzt Ratsmitglied Gerhard Paschwitz (CDU) das Heft in die Hand nehmen. Auch nach 40 Jahren Ratstätigkeit sehe er das Thema Sauberkeit in der Stadt noch immer nicht ausreichend gewürdigt und will es deshalb erneut und mit Nachdruck auf die Tagesordnung des Fachausschusses für Umwelt, Nachhaltigkeit und Klimaschutz setzen. Dass HALLO das Thema aufgegriffen habe, sei gut, „denn es geht hier um die Visitenkarte unserer Stadt“.

Ohne Zweifel, so Paschwitz weiter, gebe es große Defizite, auch Vollzugsdefizite. „Das Instrumentarium ist vorhanden, um Umweltsündern zu begegnen. Man muss es aber auch anwenden.“ Gerade beim „wilden Plakatieren“ sei klar, wer verantwortlich zu machen ist. „Der Stadt liegen sicher Fälle vor, in denen klar ist, wer Müll entsorgt hat. Verursacher müssen empfindlich zur Kasse gebeten werden.“

Laut Paschwitz, dem das Thema nicht nur als Politiker, sondern vor allem auch als Hamelner Bürger unter den Nägeln brennt, der sich Sorgen um „seine“ Stadt macht, gibt es ein eklatantes Abstimmungsproblem zwischen der Stadt Hameln und dem Landkreis sowie der Kreisabfallwirtschaft Hameln-Pyrmont. „Wer ist wofür zuständig? Wer muss im Falle eines Falles entsorgen? Ich glaube nicht, dass es viele Bürger gibt, die da durchblicken!“ Konkretes Beispiel: Die Stadt stellt zwar die Standorte für die Glascontainer zur Verfügung, laut dem Fachbereich Umwelt der Stadtverwaltung ist aber die Kreisabfallwirtschaft Betreiber der Plätze und der Landkreis verantwortlich. Paschwitz mahnt: „Bei Verschmutzungen mahlen die Mühlen in allen Verwaltungen leider relativ langsam. Warum liegt der Müll an Glascontainerplätzen denn sonst tage- oder wochenlang herum?“ Paschwitz ist genervt von der Tatsache, „dass wir es in Hameln seit Jahrzehnten nicht hinbekommen, die Stadt sauberer zu halten“. In der Innenstadt, auf den Weserwiesen, an den Ufern sehe es oftmals schlimm aus. Paschwitz sagt: „Es muss eine Sauberkeitsoffensive gestartet werden.“

Dieser Meinung ist unter anderem auch der Hamelner Joachim Klus. Er würde sich wünschen, dass Hameln sauberer wird. „An den Weserufern sieht es ständig dreckig aus. Eine Enttäuschung ist auch die Münsterbrücke. Keine Bank zum kurzen Verschnaufen für Ältere, keine Blume, dafür Unkraut“, sagt Klus, der einige Fotos gemacht hat, um zu dokumentieren, wie schlecht sich Hameln positioniere. Und es gebe im Übrigen Straßen- und Hinweisschilder, „die wohl seit Jahren nicht gewaschen worden sind“…

Manchmal könnten schon kleine Dinge große Wirkung haben.