Ein Stück Zuhause für die Jugendlichen

Hameln (mes). Was für ein Jubiläum! Seit 30 Jahren gibt es den „Regenbogen“ und seit 40 Jahren das „Kinderspielhaus“ in Hameln. Grund genug, diese ganze Woche mit tollen Attraktionen, Livemusik und viel Spiel und Spaß zu feiern!

Das Angebot des Kinderspielhauses wurde im Rahmen der Altstadtsanierung ein Thema, erinnert sich Bernd Himler, heute Abteilungsleiter Familie und Soziales bei der Stadt Hameln. Es habe damals einfach zu wenige Spielfreiflächen für Mädchen und Jungen gegeben, daher hatten Fachabteilung und Politik die Idee eines „überdachten Kinderspielplatzes“ mit pä-dagogischer Betreuung. 1977 konnte die Einrichtung in der Kurie Jerusalem eingeweiht werden – Mitarbeiterin der ersten Stunde war Marlis Rißmann, die 39 Jahre das Kinderspielhaus leitete und vergangenes Jahr in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Im Kinderspielhaus können seit 40 Jahren Kinder zwischen sechs und 13 Jahren spielen, basteln und toben, entspannen, neue Freunde finden und neue Ideen ausprobieren. Das Team bietet regelmäßig spannende und abwechslungsreiche Angebote aus den Bereichen „Sport und Bewegung“, „Kreativität“ und „Miteinander spielen“. Ebenso haben sie die Möglichkeit sich zurückzuziehen und auszuruhen – alles unter pädagogischer Betreuung. Neben den regelmäßigen Angeboten in der Woche gibt es auch verschiedene Aktionen zu bestimmten Festen und Jahreszeiten – von der Karnevalsfeier über den Laternenumzug bis hin zur Kinderdisco. Montag bis Freitag wird außerdem für jedes Kind zwischen 12.30 und 14.30 Uhr etwas Warmes zu essen angeboten – kostenfrei und auch ohne einen Berechtigungsschein vorzeigen zu müssen. „Hier wird Integration gelebt“, fasst Bernd Himler zusammen. Besonders Kinder mit Migrationshintergrund hätten im Kinderspielhaus ein Stück Zuhause gefunden und auch deren Mütter Kontakte geknüpft.

Diesem tollen Angebot schließt sich der „Regenbogen“ an der Erichstraße an, der allen Jugendlichen von 13 bis 26 Jahren offen steht. Gab es bis 1987 das Jugendzentrum Walkemühle, mussten schon bald neue Räume her. „Sie waren einfach nicht mehr zeitgemäß“, so Himler. Mit dem „Regenbogen“ sei vor 30 Jahren ein innovatives Haus gestaltet worden, das den Jugendlichen zahlreiche Möglichkeiten biete, sie in ihrer Individualität zu fördern.

Ob Billard, Breakdance oder einfach nur mit Freunden zusammen sein und quatschen – im Kultur- und Bildungshaus ist all das möglich. Das Prinzip des offenen Hauses ist dabei ganz einfach: Besucher können ohne Anmeldung vorbeikommen, sich im Haus frei bewegen und zum Beispiel den Kickertisch benutzen oder sich zum Quatschen in die Sofaecke zurückziehen. Innerhalb der offenen Zeiten gibt es auch immer wieder wechselnde Angebote wie Kochen, Backen, Bastel- und Sportkurse. Je nach Programm finden freitags und samstags immer mal wieder Workshops und Partys statt. Unter anderem gibt es im Regenbogen zu festen Zeiten auch Schlagzeug- und Kampfsportunterricht, eine Disco für Menschen mit und ohne Behinderung, eine Schachgruppe sowie ein Tonstudio und Musikproberäume. „Es ist aber nicht nur ein offenes Haus, sondern für die Jugendlichen auch eine Chance auf Förderung“, betont Bernd Himler.

Die Festwoche ist nun in vollem Gange. Eine ordentliche Stärkung können sich Gäste heute kostenfrei an Hamelns längster Kaffeetafel holen. Zwischen 15 und 16.30 Uhr gibt es vor dem FiZ Kuchen, Kekse und allerlei Süßes. Rund 20 Einrichtungen stehen auf der Anmeldeliste, sodass die Vielfalt der sozialen Landschaft an diesem Nachmittag sehr deutlich und sichtbar wird. Begleitet von einem Klavierspieler präsentieren diese Institutionen an diesem Nachmittag auch ihre vielen unterstützenden Angebote für die Menschen in Hameln.

Freitag können Interessierte den „Regenbogen“ (13 und 14 Uhr) und das „Kinderspielhaus“ (14 und 15 Uhr) dann bei Führungen näher kennenlernen. Zur großen Jubiläumsparty ab 18 Uhr sind alle Freunde, Förderer und ehemaligen Besucher (ab 16 Jahre) in den Regenbogen eingeladen.

Apropos Ehemalige: Kinderspielhaus und Regenbogen möchten innerhalb der Geburtstagswoche ein Freundebuch erstellen. Wer schon einmal Besucher in einer der beiden Einrichtungen war, ist eingeladen, seine Erinnerungen auf vorgefertigte Zettel aufzuschreiben. Am Ende soll ein großes gemeinsames Buch voller Anekdoten zusammenkommen.

Wie jede gute Geburtstagsfeier endet dann auch diese in einer großen und vor allem bunten Party: Samstag, 20. Mai, 19 Uhr sind alle Besucher zum Abschlusskonzert „System of the Sounds Vol. 2“ eingeladen (Eintritt: fünf Euro).