Maisernte säuft ab

Hameln-Pyrmont (mes). Die Landwirte sitzen mit ihrer Feldarbeit fest. Aufgrund des regnerischen Sommers sind die Böden noch so nass, dass Mais- und Zuckerrübenernte, die derzeit laufen, erschwert werden. Außerdem machen die Stürme den Bauern zu schaffen. Dennoch: Auf höhere Preise muss sich der Verbraucher wohl nicht einstellen.

Die Getreideernte wurde durch die außergewöhnlich hohe Niederschlagsmenge erschwert, teilt Kreislandwirt Karl-Friedrich Meyer auf Anfrage mit. Teilweise seien bis zu 400 Millimeter Regen vom Himmel gefallen. „Das war der nasseste Sommer seit 1956“, fügt er hinzu. Anders als in benachbarten Regionen sei die Ernte im Landkreis Hameln-Pyrmont aber auf allen Flächen möglich gewesen. Die Qualität habe nichtsdestotrotz gelitten. Und wettertechnisch werde es jetzt im Herbst auch nicht besser. „Die Bauern sind knurrig“, sagt er.

Am 10. September wurde mit der Zuckerrübenernte begonnen, der Rest der Kartoffelernte läuft auch noch. „Es gestaltet sich sehr schwer, die Böden sind alle durchnässt“, so Meyer. Durch den starken Sturm sei der Mais zudem teils unterentwickelt, teils liegen die Kolben auf der Erde. Dazu komme eine „sehr schlechte Rapsernte“, die Futterernte für das Milchvieh im vergangenen Frühjahr sei auch nicht so reichlich ausgefallen. Damals sei es zu trocken gewesen. Alles Gründe, warum die Landwirte jetzt erst recht eine gute Maisernte bräuchten.

Doch Karl-Friedrich Meyer glaubt trotz allem nicht, dass sich die Situation auf die Marktpreise auswirken werde. „Wir sehen noch nicht, dass die Preise anziehen“, sagt er. Für den Verbraucher werde sich die schlechte Ernte also wohl nicht auswirken. „Wenn wir nicht liefern könne, dann können es vielleicht die Franzosen“, nennt er ein exemplarisches Beispiel. Einen Wunsch hegt er dennoch: „Die Hauptfeldarbeit liegt jetzt im September/Oktober an, da wird auch der Verkehr belastet; es wäre schön, wenn Autofahrer Rücksicht nehmen würden!“