Ratten werden zum Publikumsliebling

Hameln (ey). Man kann’s nicht anders sagen: Die 14 lebendigen Ratten, die im Museum Hameln in der Sonderausstellung zu sehen sind, entwickeln sich zum Hotspot für Freizeitsuchende! Zwar liegen Museumsleiter Stefan Daberkow noch keine aktuellen Besucherzahlen für die Sonderausstellung vor, „doch gefühlt ziehen die Tiere eine Menge Menschen an“.

Mehr noch: Wenn die 14 Nager auf der faulen Haut liegen, sozusagen „chillend“ im Nichtstun verharren, dann hat es schon Besucher gegeben, die lieber noch ein zweites Mal den Eintritt bezahlt haben, um die Ratten dann quietschfidel bei einer der Fütterungen erleben zu können. „Und das ist dann schon eine tolle Sache für Jung und Alt.“

Quietschfidel ist das Stichwort: Zum Zwecke der Ratten-Wellness im Hamelner Museum an der Osterstraße haben sich zwei Mitarbeiter – Wiebke Reimer und Dennis Sterner – geradezu zu Rattenexperten ausbilden lassen. Die Vorgaben der Notrattenhilfe Bielefeld werden peinlichst genau eingehalten. Verfüttert wird neben Trockenfutter vor allem frisches Gemüse. Auch Obst steht auf dem Speiseplan der Rattenbande, „aber nicht so viel, denn zu viel Fruchtzucker sollen sie auch nicht bekommen“, sagt der Museumsleiter, für den eine lebendige Ausstellung etwas ganz Besonderes ist. „Das haben wir hier ja nicht alle Tage.“ In Kooperation mit dem Naturhistorischen Museum Mainz wird diese besondere Expo im Museum in Hameln noch bis in den April kommenden Jahres gezeigt.

Possierliches Heimtier, Schädling oder Intelligenzbestie – dass Ratten all das und noch viel mehr sind, zeigt diese Ausstellung. Mittelpunkt ist das große Gehege, das die seltene Gelegenheit zur Beobachtung aus direkter Nähe ermöglicht. Die Ausstellung nähert sich Ratten aus unterschiedlichen Perspektiven. Denn trotz berechtigter Vorbehalte handelt es sich um faszinierende Tiere, die besser sind als ihr Ruf. Neben den biologischen Grundlagen werden das Verhältnis von Ratte und Mensch sowie ihre kulturgeschichtliche Wahrnehmung thematisiert. Dabei wird auch die besondere Beziehung der „Rattenfängerstadt“ Hameln zu den berüchtigten Nagern zur Sprache kommen.

Bevor die Besucherströme durch den Weihnachtsmarkt noch dichter werden, jetzt die Ausstellung besuchen. Öffnungszeiten des Museums: dienstags bis sonntags 11 bis 18 Uhr