Bad Pyrmont und die Brückennot

Bad Pyrmont (mes). Nach der Bad Freienwalder ist vor der Heemsteder Brücke: Gefühlt ist die Quere über die Emmer gerade erst fertig geworden – mit all den Einschränkungen den Verkehr betreffend –, da kündigt die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (Geschäftsbereich Hameln) die Sperrung des Bauwerks an der Bahnhofstraße an. Geplant ist, wie bereits berichtet, ein Ersatzneubau.

Die Heemsteder Brücke über die Emmer in Bad Pyrmont stammt aus dem Jahr 1896. In der Vergangenheit wurde das Bauwerk mehrfach saniert, damit es den gestiegenen Verkehrsanforderungen gerecht wurde. Aufgrund des hohen Alters und des vorhandenen Zustands der Brücke kommt nun nur noch ein Ersatzneubau an der gleichen Stelle als wirtschaftlichste Option in Frage.

Die Bauzeit wird laut Behörde etwa zehn Monate betragen, voraussichtlich von Februar bis November dieses Jahres. Die Gesamtmaßnahme kostet circa 1,6 Millionen Euro und wird vom Land Niedersachsen finanziert.

Das Bauwerk hat eine Länge von rund 51 Metern und besteht aus zwei Bögen. Zum Abbruch dieser Bögen werden diese in einzelne Teile geschnitten und mit Mobil-Kränen ausgehoben. Hierbei werden etwa 1000 Kubikmeter Beton abgebrochen, wie die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr mitteilt. Weil die Brücke im FFH- und Heilquellenschutzgebiet liegt, sind für die Planung und die Baudurchführung zusätzlich verschiedene Randbedingungen zu beachten. Die bestehenden Fundamente der Brücke werden nur teilweise abgebrochen, um für den Neubau wieder verwendet zu werden. Das neue Bauwerk gründet, wie auch schon das alte, auf einer tragfähigen Schicht aus Flusskies. Zur Gewährleistung der Sicherheit und zum Schutz der Heilquellen erfolgt eine gutachterliche Begleitung der Bauarbeiten über den gesamten Zeitraum.

Für das neue Bauwerk werden dann circa 500 Kubikmeter Beton verbaut. Für die Herstellung des Überbaus werden neun Spannbetonfertigteile verlegt. Durch diese Bauweise ist es möglich, die Bauzeit zu minimieren und den Ersatzneubau noch in diesem Jahr abzuschließen.

Für die Verkehrsteilnehmer bedeutet dieses Vorhaben: Es wird wieder Umleitungen geben. Aus Richtung Hameln kommend (U1) erfolgt die Verkehrsführung über die B 1: Groß Berkel – Aerzen – Reher – Grießem über die L 426 nach Bad Pyrmont. Aus Richtung Lügde (U5) wird der Verkehr über die K 62 (Glashütte – L 946 Eschenbruch – Hagen – L 430) nach Bad Pyrmont geführt. Die innerörtliche Umleitung in Bad Pyrmont (U4) erfolgt über die Bad Freienwalder Brücke: An der Saline – Solbadstraße und Waldecker Straße. Für einen optimierten Verkehrsfluss an den Kreuzungen am Bahnhof (Bahnhofstraße/Lügder Straße), An der Saline/Thaler Straße und Dringenauer Straße/Thaler Straße wird die Verkehrsführung angepasst.