Fichten müssen weg

Hameln. Friederike hat ganze Arbeit geleistet: 3000 bis 4000 Festmeter Holz, überwiegend Fichte, haben dem Sturm in den Hamelner Wäldern nicht standgehalten, schätzt Forstamtsleiter Ottmar Heise. Das Problem ist nun: Die Forstarbeiter müssen die abgeknickten Bäume irgendwie aus den Waldgebieten entfernen und bei dem derzeit sehr schlammigen Boden ist das schwierig. Heise wirbt um Verständnis, dass die Waldwege durch die Rückearbeiten in Mitleidenschaft gezogen werden.

Besonders auf dem Finkenborn, im Riepenbereich, gebe es größere Schäden, sagt Heise. So schlimm wie der Sturm „Kyrill“ vor elf Jahren sei Friederike zwar nicht gewesen. Allerdings seien dieses Mal über alle Bestände verteilt Bäume umgestürzt, was die Beseitigung des Gehölzes zusätzlich erschwere.

Die Bäume und Äste einfach liegen und der Natur zu überlassen, sei keine Option. Die Gefahr bestehe, dass sich Borkenkäfer an dem liegenden Holz zu schaffen machen. Wenn sie sich dann im Sommer bei günstigen Wetterbedingungen massenhaft vermehren sollten, könnten die Insekten auch die gesunden Bäume befallen. Das würde zu erheblichen Schäden führen.

Auch um die mühevoll aufgeforsteten Buchen innerhalb der Fichtenbestände macht sich Heise Sorgen. Innerhalb der letzten 20 Jahre seien die Laubbäume in den Fichtenwäldern angepflanzt worden, damit aus den Monokulturen Laubwälder entstehen, heißt es von der Stadt. Die Buchen, die im Schatten der Fichten wachsen, müssten von dem abgebrochenen Holz befreit werden, sagt Heise.

Die umgestürzten Fichten sind übrigens kein Abfall, sondern können noch verkauft werden. Die Bäume müssten aber möglichst schnell aufgearbeitet werden, damit sie ihren Wert nicht verlieren, gibt Janine Herrmann, Pressesprecherin der Stadt, Auskunft. Dazu gehöre es, sie zu entasten, die Wurzelteller abzuschneiden, sie in passende Stücke zu zerteilen und für den Transport an den Waldwegen abzulegen. „Die Aufarbeitung ist bereits in die Wege geleitet“, teilt Herrmann mit. Mittlerweile würden auch schon die Buchen gerückt. Doch der Abtransport der Stämme ist zurzeit nicht einfach, denn der Boden ist so aufgeweicht wie seit vielen Jahren nicht mehr. „Ich habe so schlechte Arbeitsbedingungen noch nie erlebt“, berichtete Heise bei der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses. Zwar hat mittlerweile Frost eingesetzt, doch eine kurze Frostperiode würde den Boden nur oberflächlich gefrieren lassen. Um optimal arbeiten zu können, seien über längere Zeit niedrige Temperaturen notwendig, so Herrmann.

Mit Seilschleppern und Forwardern sollen die Stämme nun weggeschafft werden. Natürlich werden die Geräte tiefe Furchen in den Waldboden ziehen. Die Wege sollen aber wiederhergerichtet werden. „Ich bitte um Verständnis in der Bevölkerung, dass wir anfangen müssen“, so Heise.

Die Märzenbecher auf dem Schweineberg sind durch die geplanten Arbeiten aber nicht gefährdet. Im Januar hatte ein von der Stadt beauftragter Unternehmer dort ohne vorherige Absprache Holz gerückt und Zwiebeln der seltenen Pflanzen zerdrückt. Doch dort, wo die Märzenbecher wachsen, gebe es kaum Fichten, schreibt Herrmann. Andere umgestürzte Bäume würden dort liegen gelassen.