Einfach mal abgestellt

Hameln. Auf den Zufahrtsstraßen zum Kreisel am Bahnhof gibt es Stau – mal wieder. Auf den Gehwegen rund um den Bahnhofsvorplatz halten Autos, um Bahnreisende abzusetzen oder abzuholen, Gepäck ein- oder auszuladen – trotz Halteverbot. Zwischen Bussteig und Bahnhofsgebäude überqueren Passagiere eilig die breite Fahrbahn. Ein ganz normaler Morgen am Hamelner Bahnhof – und mittendrin: die Busfahrer der Öffis.

Nachdem diese ihre Fahrgäste abgesetzt haben, können sie meist eine kurze Pause einlegen. Eigentlich. Denn auf dem Standstreifen vor dem Maxx-Kino stehen nicht selten Autos, die dort nicht stehen dürfen. Weil: kein Anlieferverkehr und kein Bus! Ergo ist bisweilen kein Platz für die Öffi-Busse vorhanden. Die Fahrer müssen also noch eine Runde drehen, und noch eine, und noch eine… Natürlich könnten die Fahrer ihre Busse zum Depot am Hastenbecker Weg lenken, „aber wenn man nur 15 Minuten Pause hat, ist das schwierig“, sagt ein betroffener Fahrer. Aus diesem Grund wandte er sich an die Zeitung. „Ich kann verstehen, wenn Lkw-Fahrer hier halten und sich kurz etwas vom Bäcker holen, die können ja sonst nirgendwo parken“, sagt er. Dass aber Pkw hier teils für längere Zeit den Standstreifen benutzen – und das, wie er sagt, „nicht nur für ein paar Minuten, sondern für mehrere Stunden“ – könne kein Lieferverkehr sein.

Die Flächen seien für die Busse vorgesehen, sagt Öffi-Chef Arne Behrens. „Man muss aber natürlich auch mal etwas anliefern können.“ Dass es am Bahnhof Probleme mit Autos gibt, die länger auf dem Standstreifen parken, bestätigt er: Die Öffis stehen, so Behrens, deswegen mit dem Ordnungsamt in Kontakt. Der Öffi-Chef sehe allerdings „kein generelles Problem“.

Zugeparkte Gehwege allerdings, vor allem sonntagabends sowie zu den Stoßzeiten, sind schon ein generelles Problem. Um die Verkehrssituation am Bahnhof zu entschärfen und mehr Platz zum Parken, zum Absetzen von Pendlern, Be- und Entladen zu schaffen, haben die Stadtwerke im vergangenen Jahr das Gelände des früheren Wesertal-Busdepots am Hastenbecker Weg gekauft. Das 7017 Quadratmeter große Gelände soll neu überplant werden, hieß es im Sommer, nach dem Abriss der Fahrzeughallen sollen neben den Bussen auch Autos dort abgestellt werden können.

Derzeit würde ein Unternehmen aus Hannover eine Marktanalyse vornehmen, sagt Stadtwerke-Chefin Susanne Treptow. Die Stadtwerke wollen so ermitteln lassen, wie viele Stellplätze am Bahnhof überhaupt benötigt werden. „Im März sollen Ergebnisse vorliegen.“ Davon hänge dann die weitere Planung ab – etwa, ob lediglich ein neuer Parkplatz oder gar ein Parkhaus unweit des Bahnhofs entstehen soll. An die Bauarbeiten dürfte es aber wohl erst 2019 gehen.

Doch ob nun neuer Parkplatz oder Parkhaus: Die bisherigen Stellplätze rechts vom ZOB könnten dann wohl in eine sogenannte „Kiss-and-Ride“-Zone umgewandelt werden, die bislang am Hamelner Bahnhof fehlt. Die Gehwege rund um den Busbahnhof müssten dann also endlich wohl nicht mehr als Ausweichparkplätze von Pkw-Fahrern herhalten.