Kreuze für die Kirche

Weserbergland (ey). Wahlen sind so eine Sache: Die Einen wollen sich nicht entscheiden, die Anderen können es nicht, und bisweilen bleibt nur ein kleiner Rest übrig, der sich erbarmt, ein Kreuzchen zu machen. Bei Kirchenvorstandswahlen wird dies besonders im Vergleich deutlich. Während in den kleineren Gemeinden manchmal noch zwei Drittel aller Wahlberechtigten ihre Stimme abgeben, sind es in größeren teils nur lausige zehn Prozent! Das sich alle sechs Jahre wiederholende Prozedere steht nun in vier Wochen, am Sonntag, 11. März, wieder an. Knapp 51000 Mitglieder sind im evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Hameln-Pyrmont dazu aufgerufen; erstmals darf ab einem Alter von 14 Jahren gewählt werden. Und die Werbetrommel wird ordentlich gerührt.

Schon ab 14 – das hat seine Gründe. „Die Jugendlichen sind nach der Konfirmation ein volles Mitglied der Gemeinde und können ja zum Beispiel auch Pate werden. Also ist es nur logisch, dass sie auch mitwählen dürfen“, sagt Heike Beckmann, Öffentlichkeitsbeauftragte und Fundraiserin im Kirchenkreis Hameln-Pyrmont. Die frühe Teilnahme an der Kirchenvorstandswahl bringe eine neue Dynamik in den von vielen Kirchenmitgliedern kaum wahrgenommenen Entscheidungsprozess. Die Evangelische Jugend macht ebenfalls mit einer Werbekampagne für die Kirchenvorstandswahl mobil. Unter dem Motto „Lass mich durch, ich bin wichtig!“ werden alle Jugendlichen ab 14 Jahren eingeladen, die Kirchenvorstände in ihren Gemeinden mit zu wählen. Denn, so heißt es, „wer will, dass Kirche so bleibt, wie sie ist, will nicht, dass sie bleibt!“

Überhaupt hat die Landeskirche Hannover im Hinblick auf die bevorstehenden Wahlen am Sonntag, 11. März, ein emotionaleres Konzept entwickelt; ein Selfmailer, der zusammen mit der Hannoverschen Werbeagentur gobasil entwickelt wurde und die bisherigen schlicht gehaltenen Wahlbenachrichtigungskarten ablöst. Mit einer Extra-Grafik werden außerdem gezielt Jugendliche angesprochen. „Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher leisten für unsere Kirche einen unersetzlichen Dienst“, würdigt Philipp Meyer, Superintendent des Kirchenkreises Hameln-Pyrmont, das ehrenamtliche Leitungsgremium. Joachim Lau, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit und Steuerungsgruppe der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, die die KV-Wahl vorbereitet, bekräftigt dies: „Es gibt so viele Menschen, die Großartiges in den Gemeinden leisten. Sie machen das ehrenamtlich, aus reiner Überzeugung und mit vollem Einsatz. Dieses Gefühl wollten wir gerne so vermitteln.“

Ein Blick zurück: Sechs Jahre ist es her, dass die Kirchenvorstände gewählt wurden. Normaler Turnus. Im Kirchenkreis Hameln-Pyrmont lag die Wahlbeteiligung bei 21,5 Prozent. Spitzenreiter war damals die Gemeinde Hajen mit 62,07 Prozent vor Frenke (60,66), Schlusslicht die Marktkirchengemeinde Hameln mit 10,3 Prozent.