Sonnenfänger, aufgepasst!

Hameln-Pyrmont (mes). Nun scheint er endlich da, der lang ersehnte Frühling. Doch die sonnige Zeit hat auch Schattenseiten:

Zecken: Werden die Temperaturen milder, sind auch die Zecken wieder aktiv. Stechen die winzigen Blutsauger zu, können sie gefährliche Krankheiten wie Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Zecken, die den Borreliose-Erreger in sich haben, kommen deutschlandweit vor. Das Tückische: Gegen Borreliose kann man sich nicht impfen lassen. Zur Vorbeugung helfen nur lange Kleidung und Zeckenschutzmittel. Wer dennoch von einer Zecke gestochen wird und einige Tage bis Wochen danach rund um die Einstichstelle eine ringförmige Rötung beobachtet, sich außerdem abgeschlagen fühlt, Fieber und Kopfschmerzen bekommt, sollte einen Arzt aufsuchen. Da die Borreliose durch Bakterien übertragen wird, lässt sie sich vor allem im Frühstadium gut antibiotisch behandeln. Schreitet die Krankheit unerkannt fort, kann es zu starken Schmerzen über Herzprobleme bis hin zu einer Gehirnhautentzündung kommen. Auch eine FSME beginnt häufig mit grippeähnlichen Symptomen. Sie wird durch einen Virus übertragen und kann ebenfalls zu einer Gehirnhautentzündung führen. Da es gegen diese Krankheit kein wirksames Medikament gibt, bietet hier die gut verträgliche FSME-Impfung den einzigen Schutz. Sie wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen und beim Hausarzt durchgeführt. Versicherten, die innerhalb der Risikogebiete in Deutschland leben oder dorthin reisen, entstehen keine Kosten. Laut Robert Koch-Institut könnte ein großer Anteil der Erkrankungen durch eine Steigerung der Impfquoten verhindert werden. „Wer von einer Zecke gestochen wird, sollte jedoch Ruhe bewahren“, rät Christian Klameth vom KKH-Serviceteam in Hameln. „Denn nicht jede Zecke ist infiziert, auch wenn das manch einer annimmt.“

Pollen: Es blüht überall, die Luft duftet herrlich. Wären da nur nicht die Nebenwirkungen der Naturpracht. Im April ist sozusagen Hochsaison des Pollenfluges. Folgende Arten sind jetzt – natürlich je nach Region und Wetter – recht verbreitet und können zu einer Allergie führen: Hasel und Erle befinden sich in der Nachblütezeit. Wohingegen für Ulme, Weide, Pappel, Esche, Birke, Hage- und Hainbuche, Platane, Eiche und Rotbuche die Hauptblütezeit gekommen ist. Zudem befinden sich Gräser bereits in der Vorblütezeit.

Frühjahrsmüdigkeit: Mit den steigenden Temperaturen weiten sich die Blutgefäße und der Blutdruck sinkt, wodurch man sich müde und schwach fühlt. Der Körper braucht ungefähr einen Monat, bis er sich an die veränderte Wetterlage gewöhnt hat. Dabei muss er auch seinen Hormonhaushalt in den Griff bekommen. Die Lichtreize im Frühjahr aktivieren die Produktion des Glückshormons Serotonin, das stimmungsaufhellend wirkt. Aufgrund der dunklen Monate in Herbst und Winter ist jedoch der Melatoninspiegel, der für den Schlaf zuständig ist, noch recht hoch. Das Aufeinandertreffen der beiden Stoffe macht den Körper müde. Um die Frühjahrsmüdigkeit einzudämmen, kann es hilfreich sein, den Tagesablauf möglichst nach der Sonne zu gestalten, um das Tageslicht voll auszunutzen. Dadurch wird das müde machende Melatonin schneller abgebaut. Viel Bewegung an der frischen Luft und in der Sonne unterstützen diesen Prozess. Dementsprechend sollte auch bei der Ernährung mehr auf frische Zutaten wie Salat und Obst geachtet werden. Damit wird die hormonelle Umstellung des Körpers unterstützt.

Sonnenbrand: Im Frühjahr trifft die UV-Strahlung weniger gefiltert auf die Erde als später im Jahr. Grund ist die niedrigere Ozonkonzentration in der Atmosphäre im April und Mai, die Messungen des meteorologischen Instituts der Universität Bonn belegen. Es sei daher ein Trugschluss, anzunehmen, dass die Sonne im Frühling weniger intensiv scheine, weil die Temperaturen noch nicht so hoch sind wie im Sommer. Die Gefahr, im Frühling einen Sonnenbrand zu bekommen, wird noch verstärkt durch die weiße Winterhaut. „Die Haut ist aufgrund des Fehlens der sogenannten Lichtschwiele nicht an das Sonnenlicht des Frühlings adaptiert“, warnt der Dermatologe Prof. Uwe Reinhold. „Dadurch ist die Gefahr von Sonnenbränden erhöht und damit einhergehend aus das Hautkrebsrisiko.“ Die Hautärzte empfehlen daher, besonders im Frühling auf ausreichend Sonnenschutz zu achten.