Mütter ziehen um

Hameln (ul). Die vielen Verhandlungen, die Nicola König als Geschäftsführerin und Bärbel Meurer als Vorsitzende des Mehrgenerationenhauses und Mütterzentrums Hameln seit einem Jahr führen, rauben ihnen viel Zeit neben dem laufenden Betrieb des Vereins. Seit mehr als einem Jahr wissen sie, dass ihre Villa am Feuergraben 14 den Eigentümer gewechselt hat, ihnen wurde gekündigt. Das Mütterzentrum war hier seit 2004 untergebracht. Ende Februar sollten sie dort ausziehen. Doch die Verhandlungen zogen sich hin. Geeignete Räume für das Mehrgenerationenhaus mit Kinderkrippe und Kita fand der Verein an der Meißelstraße, in dem ehemaligen Gebäude der Tanzschule „Für Sie“ in der Nordstadt. Dort, wo Generationen junger Menschen ihre ersten Tanzschritte aufs Parkett legten, entsteht jetzt das Mehrgenerationenhaus als Treffpunkt für Jung und Alt und daneben gibt es ab August eine Kita, betrieben vom Mütterzentrum für bis zu 25 Kinder und eine Krippe für 15 Kinder unter drei Jahren. Die Betriebskosten für Kita und Krippe übernimmt die Stadt Hameln.

Dass dies alles möglich wurde, hat der Verein dem jetzigen Eigentümer der Immobilie, Gerd Weissenberg, zu verdanken. Lange stand das Gebäude leer, doch durch die großzügige Investition von Weissenberg konnte dieses einzigartige Projekt entstehen.

Der mit Fernwärme beheizte Flachbau wird in Absprache mit dem Landesjugendamt nach den Plänen eines Architekten unter Einbeziehung aller Auflagen vom Brandschutz über die Betriebsstättenerlaubnis für Kita und Krippe bis hin zur Nutzbarkeit für Menschen mit Gehbeeinträchtigung umgebaut.

Kinder unter drei Jahren, die bisher die Tagespflege Nordstadtstrolche an der Heinestraße 29 in einer vom Mütterzentrum angemieteten Wohnung der HWG nutzten, sowie Schüler, die dort bisher die Hausaufgabenhilfe aufsuchten, werden künftig gemeinsam mit der Kinderkrippe Gänseblümchen vom Feuergraben an der Meißelstraße ihr neues Domizil finden. Und ebenso Mädchen und Jungs über drei Jahren in der dort neu entstehenden Kita für 25 Kinder. Noch gibt es freie Plätze.

Was in der Heinestraße bleibt, ist die von der HWG zur Verfügung gestellte Wohnung als Mietertreffpunkt. Das Mehrgenerationenhaus bietet dort weiterhin ein Frauencafé an, leistet Deutschunterricht für Migranten und bietet Treffen für Jungen und Mädchen an. In Absprache mit dem Landkreis zieht das Reparatur-Café vom Feuergraben ins Englische Viertel, wo das Mütterzentrum die Groß-Tagespflege „Kunterbunt“ für zehn Kinder betreibt – auch weiterhin.

Mehr Platz ebenerdig auf 440 Quadratmetern ermöglichen künftig die räumliche Trennung von Kita und Krippe zum Mehrgenerationenhaus. Was die Bürger der Nordstadt von einem Mehrgenerationenhaus erwarten, ermittelt derzeit die städtische Sozialpädagogin Knorr in der Nordstadt. Sie steht dann auch für die Bürgersprechstunde im Mehrgenerationenhaus zur Verfügung. Der Verein hofft, dass er viele neue Aktive findet, die sich kreativ in das Mehrgenerationenhaus einbringen, vielleicht auch im Vorstand mitarbeiten, und er freut sich über finanzielle Spenden von Bürgern für den Umzug und die Neueinrichtung des Mehrgenerationenhauses. Die Theaterpädagogin Christine Gleiss wird dort Theater- und Kunstprojekte für Kinder, Flüchtlinge und Senioren anbieten. Dieses Angebot wird von der Robert Bosch Stiftung finanziert. Bei der Eröffnung im September werden die ersten Ergebnisse im Mehrgenerationenhaus präsentiert.