Ach, das Wetter …

Hameln-Pyrmont (ey). 90,88 Liter pro Quadratmeter im Weserbergland sind auf vier Monate gerechnet im Grunde nur wenig mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber die Daten der Wetterstation der Stadtwerke Hameln in Tündern lügen nicht. Ziemlich wenig himmlisches Nass also, das den Gärtnern, den Bauern, den Bäumen und Menschen schwer zu schaffen macht.

Regentonnen sind leer, Gehölze und Stauden eingegangen, Felder verkahlt. „Bisweilen ist es so, dass Kleingärtner sogar ihre Kartoffeln gießen, was ziemlich unüblich ist“, sagt Wolfgang Schünemann, Vorsitzender des Bezirksverbands Hameln der Kleingärtner. Wenn nicht bald mal richtig Wasser aus allen Wolken fallen würde, gebe es im Herbst noch ein böses Erwachen für manchen Gartenbesitzer, „weil eben auch bereits jahrelang stehende Gehölze nicht nur ihr Laub abwerfen, sondern an der Trockenheit zugrunde gehen“.

Dass Wettergott Petrus den Landwirten in Norddeutschland und insbesondere auch im Landkreis Hameln-Pyrmont riesige Ernte- und somit Umsatzausfälle beschert, steht mittlerweile außer Frage. „Die unterschiedlichsten Kulturen wurden das ganze Jahr über mit zu wenig Wasser versorgt. Die Qualität der Feldfrüchte ist entsprechend schlechter als in den Vorjahren“, sagt Thomas Wille, Pressesprecher des Bauernverbandes Weserbergland. Die Trockenzeit bekommen aber nicht nur die Ackerbaubetriebe zu spüren, „sondern vor allem auch die Landwirte mit Viehhaltung, weil sie schon an die Silage-Reserven gehen müssen, die für 2019 geplant waren“, so Wille weiter. Für neue Silagen wachse zu wenig nach, was auch die Heuernte zeige. Wo kein Gras wächst, gibt‘s auch kein Heu.

Da schließt sich der Kreis von den Landwirten zu den Gärtnern. „Das Gras ist verbrannt. Aber das ist nicht so wichtig, da gibt es schlimmere Ausfälle“, so Wolfgang Schünemann.

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