Vor leeren Rängen – Tribüne bleibt gesperrt

Bad Pyrmont. Seit 2009 befasst sich die Stadt Bad Pyrmont nun schon mit der Sanierung der Sporthalle an der Südstraße – theoretisch. Praktisch hat sich bislang aber nur wenig getan. Einzige Ausnahme: Aus Brandschutzgründen wurde Anfang des Jahres die Tribüne gesperrt, erst teilweise, dann komplett. Offenbar soll die Sitzplatzkapazität aber auf Dauer beschränkt bleiben.

Bislang wurden laut Stadt lediglich mit „relativ geringem Aufwand“ Vorbereitungen für die nächsten Arbeiten getroffen. Und die sollen nun nach erfolgter Ausschreibung in der Zeit zwischen dem 15. Oktober und 23. November erledigt werden – wenn auch nur zum Teil. „Wir haben die Sanierung in mehreren Stufen geplant“, berichtet Baurat Thomas Goretzki, der seit Juni für das Immobilienmanagement der Stadt verantwortlich ist. Einige der Maßnahmen könnten im laufenden Betrieb beziehungsweise in wenigen Tagen erledigt werden, wie beispielsweise der Einbau von rauchsicheren Dichtungen in vorhandene Türen.

„Andere Arbeiten werden aller Voraussicht nach aber Einschränkungen der Hallennutzung verursachen, insbesondere der zwingend erforderliche Einbau von Rauchabzugskuppeln im Dach“, so der Baurat. „Um diese Einschränkungen so gering wie möglich zu halten, werden wir versuchen, dass immer nur eines der drei Spielfelder gesperrt werden muss, sodass auf den beiden verbleibenden der Sportbetrieb weiterlaufen kann.“ Im Übrigen hoffe er, dass der Schul- und Vereinssport möglichst störungsarm stattfinden könne. Die 404 Plätze bietende Tribüne bleibt aber bis auf Weiteres gesperrt.

Um die wird es laut Goretzki erst in der Sanierungsstufe II gehen. Doch offenbar geht die Stadt nicht davon aus, dass dadurch die ursprüngliche Sitzplatzkapazität wiederhergestellt wird. „Die Tribüne wird nach Abschluss der Arbeiten wieder mit bis zu 200 Besuchern genutzt werden können“, heißt es in der Mitteilung des Baurats. Eine Begründung dafür gibt es nicht. Wann die Arbeiten an der Tribüne und die weiteren „Brandschutzertüchtigungsmaßnahmen“ für die Halle erledigt werden, ist offen. Goretzki nennt dafür nur grob die Jahre 2019/2020. Ausführungstermine könnten zum heutigen Zeitpunkt noch nicht bekannt gegeben werden.

110000 Euro sind für den ersten Bauabschnitt eingeplant worden. Für die zweite Stufe kalkuliert das Baudezernat 230000 Euro allein für die Halle und dann noch einmal 215000 Euro für die Tribüne ein, die voraussichtlich erst im Jahr 2020 an die Reihe kommt. „Damit machen wir nur das Nötigste, um den Schul- und Vereinssport zu sichern“, so Bürgermeister Klaus Blome. Insgesamt war der Bedarf für die Brandschutzsanierung auf rund 2,4 Millionen Euro angesetzt worden. Doch selbst das ist nur die Hälfte der Summe, die die Stadt aufbringen müsste, um die 46 Jahre alte Sporthalle so herzurichten, dass sie auch unter energetischen Aspekten heutigen Anforderungen entspricht. 2015 hatte die Klimaschutzagentur Weserbergland im Auftrag der Stadt einen Investitionsbedarf in Höhe von 4,8 Millionen Euro ermittelt, die Hälfte davon soll laut Bürgermeister Klaus Blome auf den Brandschutz entfallen. Die Fassade, so hatte es die Agentur beschrieben, sei ungedämmt, das Dach sei vor einigen Jahren zwar energetisch saniert, dabei allerdings nur unzureichend luftdicht an die Fassade angeschlossen worden. Auch die Heizungs- und Lüftungsanlage müsse erneuert werden, und die Lüftungsanlage habe keine Wärmerückgewinnung. Geplant ist in dieser Hinsicht laut Goretzki aktuell nichts. „Die energetische Sanierung haben wir aber im Hinterkopf“, versicherte der Baurat. Dort ist sie immerhin schon seit fast zehn Jahren. 2009 hatte die Stadt die Notwendigkeit einer Sanierung erkannt und Fördermittel aus dem Konjunkturpaket I beantragt, war allerdings leer ausgegangen. Dieses Mal setzt die Stadt nicht nur auf das Konjunkturpaket II. Sie hätte – sollte es dazu kommen – als künftige Bedarfszuweisungskommune auch Zugriff auf eine besondere Bedarfszuweisung für Pflichtaufgaben wie Brandschutz oder Sporthallen. Allerdings sei der Fördertopf aktuell nicht besonders hoch gefüllt, die Aussichten auf eine Gegenförderung nicht gesichert, hatte Stefan Ölmann, zuständiger Fachbereichsleiter der Stadt Bad Pyrmont für Finanzen und Wirtschaft, jüngst eingeschränkt.