Süßer die Kassen nie klingeln

Hameln-Pyrmont (mes). So richtig in Schwung gekommen ist es noch nicht, das Weihnachtsgeschäft 2018. „Es gibt zwar in den Läden mehr Frequenz, aber nicht außerordentlich“, gibt Holger Wellner Auskunft. Hamelns Einzelhandelssprecher sieht aber auch positive Trends.

Mittendrin steckt der Handel im Weihnachtsgeschäft. Während Branchen wie Parfümerien, Uhren und Schmuck ihren Umsatz zu 20 bis 30 Prozent aus dem Geschenkekaufrausch zum Fest generieren, merkt beispielsweise die Bekleidungsbranche wenig vom Shoppingirrsinn. Nichtsdestotrotz sei für alle der Dezember der umsatzstärkste Monat des Jahres, teilt Holger Wellner mit. Er rechnet damit, dass das Weihnachtsgeschäft ähnlich stark läuft wie in den Vorjahren. Vor allem der Gutscheinverkauf würde rasant steigen.

Ein Trend, den Holger Wellner auch beobachtet: „Die Leute kaufen immer früher!“ Mag sein, dass es am Black-Friday-Angebot liegt, dass die Konsumenten schon im November Geschenke shoppen, wenn oftmals fette Rabatte in die Geschäfte locken. Und dem Sprecher fällt noch etwas anderes ins Auge: Die Käufer seien gut informiert und würden daher bewusst und gezielt einkaufen. Viele würden sich über das Internet wertvolle Infos holen, dann aber vor Ort kaufen. „Ropo“ nenne man dieses Phänomen – „research online, purchase offline“. Das sei ein Vorteil für den Handel. Zwar gebe es auch den umgekehrten Weg des „Beratungsklaus“ (der Kunde informiert sich im Geschäft und bestellt das gewünschte Produkt dann im Internet), jedoch habe „Ropo“ einen größeren Anteil.

Sieben Tage lang wird die Geschenkeschlacht nun noch andauern. „Vor uns liegen umsatzstarke Tage“, prognostiziert Wellner. Er rechnet damit, dass das Geschäft auf „gutem Niveau“ weiterlaufe – schließlich sei man in Hameln und im Landkreis wirtschaftlich gut aufgestellt. Und eine gute Einkommenssituation ist schließlich Voraussetzung dafür, dass das Geld locker sitzt.

„Froher Hoffnung“ auf die letzten Werktage vor Weihnachten ist auch Helmut Fahle, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Bad Pyrmont. Denn auch in der Kurstadt sei das Geschäft „langsam angelaufen“. Der erste Adventssamstag sei sehr verhalten gelaufen, am zweiten schreckten Regen und Wind so manch Kauflustigen von einem Bummel ab. Doch vergangene Woche habe der Umsatz dann angezogen. „So ist der Trend auch in den letzten Jahren gewesen: Das Weihnachtsgeschäft fing langsam an und wurde dann immer stärker, je näher das Fest rückte“, sagt Fahle. Was ihn besonders freut: „Die Kunden beschäftigen sich immer mehr mit dem Thema Nachhaltigkeit.“ Statt im Internet zu bestellen und Pakete und Päckchen quer durch die Republik schicken zu lassen, kaufen viele lieber vor Ort. Wenn das kein Weihnachtsgeschenk für den Einzelhandel ist…