Gesprächsreihe zum Thema Organspende

Hameln. Sich mit dem Tod auseinanderzusetzen, scheuen viele Menschen. Wer sich aber eine Meinung zu dem Thema „Organspende“ bilden möchte, kommt nicht drum herum. Gläubige Christen haben es da etwas einfacher, wie ein Gespräch mit der Pastorin Ulrike Schimmelpfeng hervorbringt: „Wir sind ja der Überzeugung, dass der Tod nicht alles ist.“ Schimmelpfeng hat für die Marktkirchengemeinde eine dreiteilige Informations- und Gesprächsreihe organisiert, die im Haus der Kirche begonnen hat. Dort haben Hamelner die Gelegenheit, sich mit Fragen zur Organspende zu befassen, um für sich eine gute Entscheidung treffen zu können.

Das Thema ist hochaktuell, nicht zuletzt, weil Gesundheitsminister Jens Spahn eine Änderung der Gesetzgebung anstrebt. Sollte der Vorschlag eine Mehrheit finden, wären Menschen dann grundsätzlich Organspender – es sei denn, sie widersprechen. Derzeit gilt: Wer nicht extra eingewilligt hat, ist kein Spender. In Österreich beispielsweise gilt die Regel, die Spahn vorschwebt.

Für sich selbst, aber auch für Angehörige, kann eine Entscheidung „im Sinne des Verstorbenen“ zur Organspende schnell notwendig werden, macht Ulrike Schimmelpfeng deutlich. Dann zu wissen, wie sich jemand entschieden hat oder hätte, bedarf der Gespräche innerhalb der Familie. Sie persönlich habe sich intensiv damit befasst, weil jemand in ihrer Familie ein Organ erhalten habe. „Es ist wichtig, dass sich möglichst viele Menschen damit beschäftigen.“

Die Unsicherheiten in diesem Zusammenhang sind groß – die Veranstaltungsreihe soll helfen, diese abzubauen. Den Anfang macht der Transplantationsmediziner des Sana-Klinikums, Professor Rainer Lück. Er erklärt, was „Hirntod“ eigentlich bedeutet – der die Voraussetzung für eine Organspende ist –, und zeigt den genauen Ablauf einer Organspende und die zu erfüllenden Kriterien auf.

An allen drei Abenden ist die Hamelner Palliativmedizinerin Ute Watzlaw-Schmidt vor Ort und kann Fragen zum Thema beantworten; auch Pastorin Ulrike Schimmelpfeng wird immer anwesend sein. Nach einem etwa 15-minütigen Vortrag bekommen die Zuhörer viel Zeit, ihre Fragen zu stellen und mit den anderen ins Gespräch zu kommen. Pastorin Schimmelpfeng ist der Überzeugung, dass die Entscheidung für oder gegen Organspende „eine freiwillige und sehr persönliche ist“ – und so verrät sie über ihre Haltung auch nur, dass sie über einen Organspendeausweis verfügt, aber nicht, welche Einträge sie vorgenommen hat. Zwei Termine stehen an:

Dienstag, 29. Januar, 19.30 Uhr: Dienstag, 5. Februar, 19.30 Uhr: Die verschiedenen gesetzlichen Regelungsmöglichkeiten der Organspende – welche Vor- und Nachteile haben sie? Meine Wünsche – wie kann ich sichergehen, dass das geschieht, was ich möchte? Referent: Rechtsanwalt Rüdiger Zemlin. Die christliche Sicht auf die Organspende – was sagen die Kirchen dazu? Pro- und Kontra-Diskussion – was spricht für, was gegen eine Organspende?