Kosten für „Mystica“ haben sich verachtfacht

Hameln. Sicherheit gibt’s nicht geschenkt. Das gilt auch, wenn es um die beliebtesten Hamelner Großveranstaltungen geht. In gut einem Monat werden die Händler und Gaukler des Mittelalter- und Fantasie-Spektakels „Mystica Hamelon“ in die Stadt einziehen. Für die Sicherheit der erwarteten 100000 Besucher werden wieder diverse Vorkehrungen getroffen – und die gehen ins Geld: Von der Mystica 2017 zur Mystica 2018 haben diese sich fast verachtfacht.

Rund 11000 Euro seien für den Bereich Sicherheit inzwischen fällig, erklärt Stadtmanager Dennis Andres. Der Anlass für den Kostensprung war nicht etwa ein Ereignis wie das Attentat auf die Weihnachtsmarktbesucher am Berliner Breitscheidplatz. Dies fand bereits im Dezember 2016 statt. „Die Mystica wurde 2017 noch anders eingestuft“, erklärt Andres. Als dann – damals noch nicht digital gezählt – rund 150000 Besucher zur Mystica 2017 kamen, haben die Sicherheitsverantwortlichen offenbar erkannt, zu welchem Großspektakel die Veranstaltung inzwischen gewachsen war. Die Lage wurde neu bewertet.

Vertreter von Polizei, Feuerwehr, Rotem Kreuz, dem Ordnungsamt, der Sicherheitsfirma und dem Veranstalter, der Hameln Marketing und Tourismus GmbH (HMT), beraten über Sicherheitsfragen. Am Ende stehen dann nicht nur Betonpoller in Zufahrtsstraßen, sondern auch Ausgaben: Rund 2400 Euro kostet es allein, besagte Klötze aufzustellen, rund 4600 Euro gehen für Sanitäter, Ärzte und Brandschützer an das Rote Kreuz und die Feuerwehr. Hinzu kämen noch 1200 Euro für Sicherheitsleute und weitere Kosten etwa für diverse Absperrungen. Wie schon erwähnt: in der Summe, laut Andres, rund 11000 Euro.

Nicht der einzige Grund, aber ein Grund, warum „Mystica Hamelon“, obwohl an Besucherzahlen gemessen eine Hamelner Erfolgsgeschichte, ein Zuschussgeschäft bleibt. Ein Minus von etwa 40000 Euro stand 2018 am Ende von drei Tagen Lagerleben, Schaukämpfen, Handel und Mittelalterklängen. „Ein privater Veranstalter hätte da keinen Spaß dran“, sagt der Stadtmanager.

Beim Pflasterfest reicht es laut Andres immerhin für ein „plus minus null“. Und das, obwohl dort die Sicherheitskosten sogar noch höher, bei etwa 18000 Euro, lägen. Ein Grund laut Andres: Für die Mystica fließen weniger Sponsorengelder als für die große sommerliche Livemusik-Sause. An Bühnen, Ständen und auf LED-Leinwänden lassen sich beim Pflasterfest Sponsoren schließlich auch einfacher einbinden, als im möglichst authentischen Mittelalter-Ambiente der „Mystica“.

Dennoch: Über die Mystica zu jammern, liegt dem Stadtmanager fern. Der HMT gehe es eben nicht um einen Gewinn aus der Veranstaltung in der eigenen Bilanz, sondern um einen Gewinn für Hameln insgesamt: 100000 oder mehr Besucher in der Innenstadt, das macht sich eben auch anderswo bemerkbar – in Parkhäusern, Gastronomie, Geschäften. Gemeinsam mit dem Image-Plus bringt so auch die „Mystica“, wie Andres sagt, eine „Win-Situation für die Stadt“.