Projekt Hallenbad-Umbau wird sich verzögern

Hameln. Das Projekt Hallenbad-Umbau stottert schon vor dem eigentlichen Start: Hameln wartet darauf, dass der Bund Fördermittel für den gut 18 Millionen Euro teuren Umbau freigibt. Zugleich gilt es, eine andere Frage zu klären: Wo schwimmen die Hamelner, wenn das Bad am Einsiedlerbach für die Bauzeit schließt?

Für rund 18 Millionen Euro soll das Hamelner Hallenbad ausgebaut und auf ein neues Niveau gehoben werden: mit dann insgesamt fünf Becken und deutlich mehr Platz zum Schwimmen, Planschen und Saunieren. Vier Millionen Euro – so erhofft es die Stadt – soll der Bund zuschießen. Dummerweise hat der Bund aber nun die eigentlich längst abgelaufene Antragsfrist wieder für weitere Kommunen geöffnet. Folge: Die Anträge werden nun erst „im ersten Quartal 2019“ geprüft – nicht wie ursprünglich geplant, schon im vergangenen Herbst. Und: Erst wenn der Förderbescheid vorliege, könne die zuständige Stadttochter, die Aquasport GmbH, „richtig loslegen“, heißt es aus der Stadtverwaltung. Sogar eine Verzögerung des Gesamtprojektes drohe.

Eine offene Frage stellt sich trotzdem jetzt schon, wie die Hamelner – insbesondere die Schulen – mit der Sperrung des Hallenbades zurechtkommen. Von Ende 2020 bis Ende 2022, so die Planung ohne größere Verzögerung, könnte es nicht nutzbar sein. 49 „Nutzungseinheiten“ im Monat verzeichnet die zuständige Stadttochter Aquasport derzeit für den Schulunterricht am Einsiedlerbach. Eine Nutzungseinheit bedeutet: 100 bis 150 Quadratmeter Wasserfläche – also etwa ein halbes Becken – für zwei Schulstunden. Nach Schullehrplänen seien eigentlich sogar 57 dieser Nutzungseinheiten nötig, doch dieser Bedarf könne „aufgrund der fehlenden Wasserfläche aktuell nicht bedient werden“, erklärt Aquasport-Geschäftsführer Tim Corinth. Hinzu kommen die Nutzung durch elf Vereine und Institutionen und natürlich private Schwimmer.

Die erste Lösungsmöglichkeit liegt nicht allzu fern, ein bisschen fern aber doch: eine Auto- oder Busfahrt ins Umland – ins neue Aerzener Hallenbad zum Beispiel. Für Schulen dürfte sich eine Anfahrt von zehn Kilometern per Bus etwa nach Aerzen aber schon zeitlich nicht lohnen.

Möglichkeit Nummer zwei: Das Freibad könnte zwar nicht ganzjährig, aber immerhin in der Saison früher öffnen. Das allerdings hält Corinth für „energetisch sehr fraglich“ und zudem „mit einem wetterunabhängigen Schwimmen im Hallenbad nur bedingt vergleichbar“.

Also wird noch eine andere Möglichkeit geprüft: Das Freibad könnte teilweise in ein Hallenbad verwandelt werden. Eine Traglufthalle könnte eins der Becken überspannen und so auch ein Schwimmen im Herbst oder gar Winter ermöglichen, ist die Überlegung. Von Kosten in Höhe von rund 175000 Euro war im vergangenen Jahr in einer Ratssitzung mal die Rede.

Noch aber ist alles in der Prüfung, nichts spruchreif. So auch die Frage, welches Südbadbecken zeitweise unter so einem „Luftkissen“ verschwinden könnte: Das große Schwimmer-Becken – weit entfernt von den Umkleidekabinen – oder doch der direkt von den Kabinen aus erreichbare kleinere und natürlich flache Nichtschwimmer? „Da sind wir aktuell noch in Prüfung“, antwortet der Aquasport-Chef und bittet um Geduld.