Von der Kreisstraße zur (fast) reinen Radstrecke

Hastenbeck/Afferde. Schon „seit Jahren“ werde der Radweg zwischen Afferde und Hastenbeck gefordert, zitiert die Dewezet aus dem Afferder Ortsrat. Nun solle endlich etwas passieren – es ist ein Bericht aus dem Jahr 2001. Sogar schon vor etwa 35 Jahren müsse die Debatte begonnen haben, schätzt Hastenbecks Ortsbürgermeister Walter Kinast (CDU) heute. Entlang des Verbindungsweges von der Afferder Straße in Hastenbeck bis zur Cumberlandstraße in Afferde soll jener Radweg gebaut werden, so zumindest die immer wieder in den beiden Dörfern vergeblich erhobene Forderung. Jetzt könnte jedoch eine andere Idee neuen Schwung in die Debatte bringen: kein Radweg neben der Straße, sondern gleich die ganze Straße als (fast) reine Fahrradstrecke.

Eigentlich scheint das Problem nicht allzu komplex: Zwei Straßen verbinden die beiden Hamelner Ortsteile. Die eine führt im Westen als Bückebergstraße und Kreisstraße 13 an Afferde vorbei. Dort befindet sich ein Radweg. Nun nutzen die Dorfbewohner aber gern auch die vergleichsweise schmale Verbindungsstraße zwischen den Ortschaften im Osten – nicht nur mit dem Auto, sondern auch mit dem Rad und zu Fuß. Seit gut drei Jahren drosseln deshalb Tempo-70-Schilder den Autoverkehr. Die Forderung nach einem Rad- und Fußweg blieb. Und sie blieb unerfüllt. Die Stadt verwies auf den einen vorhandenen Radweg und zweifelte deshalb am Bedarf eines weiteren. Der bestehende allerdings bedeutet für so manche einen Umweg. Zudem sei er oft „in nicht gutem Zustand“, wie Afferdes Ortsbürgermeister Björn Lönnecker (SPD) meint. Auch die Kosten für einen neuen Radweg sind nicht ohne: „Ich glaube nicht, dass das unter 500000 Euro zu machen ist“, schätzt Kinast. Zudem müsste Land gekauft werden, um den Weg neben der Straße anlegen zu können. Nicht jeder Eigentümer sei von dieser Idee angetan, wird immer wieder gemunkelt.

Aus der Fahrradbegleitkommission kam nun der Alternativvorschlag. Der östliche Verbindungsweg könnte umgewidmet werden: freie Fahrt für Radfahrer – und ebenso für landwirtschaftlichen Verkehr wie auch Linienbusse. Autos allerdings müssten auf die westliche Strecke ausweichen. Diese Idee soll in den nächsten Monaten ein externes Fachbüro prüfen, heißt es aus dem Rathaus, eine Ausschreibung laufe bereits. „Pragmatisch und kostengünstig“ könnte diese Lösung möglicherweise sein, sagt Rathaussprecher Thomas Wahmes.

Damit löst sich das Thema aber wohl nicht in Wohlgefallen auf. Denn wenn die eine Strecke für den Autoverkehr gesperrt würde, dürften die Autofahrer auf der anderen nach und durch Hastenbeck fahren. Walter Kinast klingt schon mal wenig begeistert. Die enge Ortsdurchfahrt noch stärker zu belasten, „das kann ich als Ortsbürgermeister nicht verantworten“, sagt er, will den nun anstehenden Prüfungen aber nicht vorgreifen. Denn dies zählt zu den Fragen, die externe Berater nun klären sollen: Wie viel Verkehr würde wohin verdrängt? „Für Hastenbeck ist das sicherlich ein größeres Problem als für Afferde“, sagt Kinasts Kollege Lönnecker zu den Überlegungen.

Ebenfalls offen ist die Frage der praktischen Umsetzung einer solchen Fahrradstrecke. „Es könnte sein, dass viele Autofahrer trotzdem weiterhin die Straße als Abkürzung in Richtung B1 nutzen würden“, gibt der ehrenamtlicher Fahrradbeauftragte der Stadt, Lars Reinecke, zu bedenken. Daran würden „ein paar Schilder“ wohl wenig ändern.

Kinast möchte indes, dass nach neuen Fördertöpfen gesucht wird, um den Radwegbau zu finanzieren.