Der Kastanienfall …

Hameln (ey). Wenn man sich umhört, hört man wenig Substanzielles, zumindest, was die Nachfolge der Kastanien am Kastanienwall angeht. Das liegt einerseits daran, dass die Planung noch in den Kinderschuhen steckt und andererseits daran, dass Ideen, die jetzt fix aus Bürgermund und politischen Kreisen in den Ring geworfen werden, nichts wert sind. Aus ökologischer Betrachtung müssen Stadtbäume Stress ertragen können – und dabei ist die Luft noch das geringste Problem. Viel mehr zu schaffen macht Bäumen der eingegrenzte Wurzelbereich. Es ist gewissermaßen ein heißes Pflaster, mit denen die Bäume zurechtkommen müssen.

Die unter Bakterien- und Pilzbefall leidenden Kastanien am Kastanienwall werden seit diesem Samstag, 23. Februar, gefällt. Dabei kommt es auch zu Verkehrsbehinderungen. Mitarbeiter einer Fachfirma rücken mit der Kettensäge an. Am kommenden Donnerstag, 28. Februar, sollen alle Bäume ab dem Pulverturm bis zur Einmündung Baustraße auf beiden Seiten dem Erdboden gleichgemacht werden. Die jeweils rechte Fahrbahn wird gesperrt und wandert je nach Fortschritt mit. Die Arbeiten müssen bis zum 28. Februar abgeschlossen sein, da ab 1. März bundesweit ein Fäll- und Schnittverbot für Straßenbäume gilt.

Und was dann? „Es steht noch nicht fest, was gepflanzt wird. Es steht nur fest, dass gepflanzt wird, und zwar in diesem Herbst. Bis dahin werden Alternativen zu den Esskastanien erörtert“, sagt Hamelns Pressesprecher Thomas Wahmes. Ob es Esskastanien werden, sei dahingestellt. „Der Vorschlag ist ad hoc zwar zu hören gewesen, aber ob das hinhaut, müssen Experten klären.“ Fest stehe, dass der Kastanienwall auch weiterhin eine Begrünung erhalte, aber ganz sicher nicht umbenannt wird, nur weil statt Kastanien andere Baumarten jetzt dort platzier würden.

Die gute alte Eiche vermag bei der Suche nach Alternativen in der Tat doch eine Rolle spielen. Experten zufolge ist sie erstaunlich widerstandsfähig, was auch Trockenzeiten anbelangt. Sie wächst aber langsam. Schneller geht‘s zum Beispiel mit der Platane. Sie wird zwar sehr hoch, kann Experten zufolge nach französischem Vorbild aber auch geschnitten werden. Weitere Vorschläge werden kommen, das ist sicher. „Es geht aber nicht allein um eine Neubepflanzung, sondern auch darum, den dann wachsenden Bäumen bessere Wurzelbedingungen zu schaffen“, heißt es aus dem Rathaus.