Auf dem Weg zu neuer Ära

Bad Pyrmont (mes). Erfreuliche Nachrichten vom Staatsbad Pyrmont: Nahezu alle Betriebsteile des Unternehmens sind im vergangenen Jahr gewachsen. Das konnte Kurdirektor Maik Fischer jetzt stolz verkünden. Demnach wurden 20,5 Millionen Euro Umsatz erzielt – ähnlich wie 2017.

„Wir sind sehr zufrieden mit dem abgeschlossenen Jahr“, sagte Fischer. Die Klinik „Der Fürstenhof“ sei zu 100 Prozent ausgelastet gewesen; hier habe es 6,5 Prozent mehr Anreisen gegeben – „ein außerordentlich hoher Wert“. Auch in den Hotels – Steigenberger und Fürstenhof – wurden fünf Prozent mehr Übernachtungen gezählt (über 70 Prozent Auslastung), mit einem Anstieg der Ankünfte von vier Prozent. „Somit wurde die Übernachtungsdauer gesteigert – das ist gut“, freut sich der Kurdirektor.

Die Übernachtungszahlen in den Kliniken sind ebenfalls angestiegen. Hier konnte ein Wachstum von 3,5 Prozent festgestellt werden. In den privaten Unterkünften (Hotels und Pensionen) ging die Zahl indes um drei Prozent zurück. Fischer begründet dies mit dem Bettenrückgang.

In Sachen Heilmittel konnte Maik Fischer ebenfalls Erfreuliches vermelden: Das Königin-Luise-Bad (KLB) habe sechs Prozent mehr CO2, Sole und Co. abgegeben. Nach der Fertigstellung der Modernisierung und Sanierung habe diese Einrichtung „großes Potenzial“. Besonders froh sei er über die Vermarktung der Produkte. Kommende Woche sei das Staatsbad daher zum Beispiel auf der ITB (Internationale Tourismus-Börse Berlin) vertreten, um seine Heilmittel zu präsentieren. Kur- und Gastbetreuer werden zudem Vorträge halten, Fischer selbst nimmt an einer Podiumsdiskussion teil.

Der Bereich der Veranstaltungen ist 2018 ebenfalls gut gewachsen. Natürlich gab es Einschränkungen durch die Schließung des Kurtheaters, weshalb die absoluten Zahlen zurückgegangen sind (115000 Besucher zu 140000 in 2017). Die Kurmusik wurde aber weiter verstärkt angenommen (53000 Besucher zu 50000 in 2017) und die Auslastung des Konzerthauses sei auf 75 Prozent gestiegen. Hier habe es 111 Veranstaltungen gegeben – fast doppelt so viele wie in den Jahren zuvor.

So gut sich das vergangene Jahr auch dargestellt hat, einen kleinen Wermutstropfen gibt es immer: Die Hufeland Therme hatte unter dem Jahrhundertsommer zu leiden und konnte nicht so viele Gäste anlocken. Die Besucherzahl ging zum ersten Mal seit Jahren von 215000 auf 207000 zurück. Das Staatsbad will nun vorbeugen und für den Fall, dass die nächsten Sommer wieder so heiß werden, potenzielle Gäste über besondere Aktionen im Außenbereich, spezielle Events und neue Erlebnisse im Saunabereich anlocken. Die notwendige Infrastruktur sei bereits geschaffen; es gibt draußen eine loungige Landschaft mit gemütlichen Schattenplätzen, die nicht nur für Grillabende prädestiniert ist.

Kleiner Ausblick: In diesem Jahr starten oder laufen beim Staatsbad wichtige Projekte weiter. So wird das neue Therapiebecken des Königin-Luise-Bades im Herbst fertiggestellt sein und im Januar 2020 in Betrieb gehen. Der Bau am/im Hotel Kaiserhof soll losgehen und auch im Steigenberger wird weiter modernisiert (ab September/Oktober werden Zimmer und Flure neu gestaltet), die Wandelhalle wird saniert. Außerdem steht das Kommandantenhaus des Schlosses auf der Liste. Hier wird der Schädlingsbefall bekämpft, Sanierungen stehen an und die Brandschutzmaßnahme, die die komplette Insel betrifft, wird weitergeführt. Was die Neugestaltung der Hauptallee betrifft, so sei das entsprechende Konzept nach Maik Fischer fast fertig. Rat, Verwaltung und Anlieger seien in die Planungen mit eingebunden. Nun sollen die ersten Bausteine für die Umsetzung festgelegt werden. Und dann steht noch der große Brocken Kurtheater an: Das Konzept werde im März vorliegen und das Land Niedersachsen sich in Kürze für eine der fünf Varianten entscheiden.

„Die Kurszene befindet sich im Aufbruch“, resümierte Maik Fischer. „Wir haben die Grundlagen für ein neues Zeitalter in Bad Pyrmont gelegt.“ In die Kurstadt kämen mehr Gäste als zu den besten Kurzeiten in den 1980er-Jahren.