Neuer Preis für Hotel auf dem Klüt

Hameln. Hoch oben, weithin sichtbar, thront das Haus auf dem Klüt. Was für ein tolles Ausflugsziel, was für eine Aussicht von der Terrasse und den Zimmern aus! Wie gut ließe es sich an Hamelns höchstem Punkt feiern, nächtelang bei Hochzeiten, Familienfeiern, heimische Unternehmen könnten dorthin einladen…peng, die Idee ist zerplatzt, schon lange.

Fast auf den Tag genau seit vier Jahren ist das Hotel oben auf dem Klüt „ohne“ – ohne Pächter. Einige Betreiber haben es in der Immobilie versucht und sind wieder verschwunden. Ebenfalls verschwunden ist die Immobilienanzeige aus dem Internet, nach der das Klütturm-Hotel für zunächst 2,45 Millionen, dann im Dezember für 2,1 Millionen Euro zum Kauf stand. Wer sich gedanklich mit dem Objekt auseinandergesetzt hat, weicht von einem Standpunkt nicht ab, egal, wie viel Zeit ins Land geht: Das ist zu teuer. Jetzt steht ein neuer Preis im Raum: 1,95 Millionen Euro, wie der Eigentümer Dr. Sergej Elsakov auf Anfrage über eine Übersetzerin mitteilen ließ.

Doch auch der Preis ist noch weit von jenem entfernt, bei dem beispielsweise Rainer Timpe anfangen würde, weiterzudenken. „Jeder Betreiber hätte nur fünf bis sechs Monate Zeit, um dort Geld zu verdienen“, schätzt der Hamelner Messe- und Veranstaltungsmanager Timpe die Situation auf dem Klüt ein. Im Sommer, wenn er denn warm und trocken ist, kommen die Menschen gern dorthin. An verregneten Tagen sieht die Sache anders aus. Vor einigen Jahren habe er sich selbst für das Haus interessiert. Eine Idee: „Eine Tanzschule mit rein“, aber nicht zu dem Preis. „Ab 800000 Euro – da würde ich mir was überlegen“, nennt Timpe eine Schmerzgrenze, an die sich bei der Stadtverwaltung Hameln niemand wagen will. Doch auch aus dem Rathaus ist zu vernehmen, dass „deutliche Abschläge notwendig sind“. Zumal nach vier Jahren Leerstand auch investiert werden müsste.

Ein „Hochzeitshotel“ hatte sich einst Stefan Barkow ausgemalt. Barkow betrieb früher das alte Hallenbad, hat jahrelange Erfahrung im Veranstaltungsmanagement und kümmert sich jetzt um den Kletterpark im Klütwald. Der Platz könnte kaum besser sein, doch weder er noch Timpe sehen ideale Rahmenbedingungen. „Wie gut muss das Essen sein, um da hochzufahren“, fragt Barkow. Es müsste dort oben weitere Anziehungspunkte geben, meint er und zieht Vergleiche mit dem Hermannsdenkmal oder den Externsteinen. Er sieht auch die Stadt Hameln in der Verantwortung, dort ein attraktiveres Umfeld zu schaffen. Das wiederum ist mit dem politischen Beschluss, aus Gründen des Artenschutzes auf der Klütkuppe keine großen Veränderungen zuzulassen, schwierig. Die Zuwegung müsste zudem besser sein, meinen Timpe und Barkow. Nur von der Klütstraße aus über den holprigen Finkenborner Weg sei der Standort ganzjährig zu erreichen, während die Riepenstraße (gerade jetzt wieder) während der Krötenwanderung nachts gesperrt werde.

„Preis absolut

angemessen“

„Was man alles bedenken müsste“, überlegt Timpe weiter, nämlich: „4,9 Kilometer Anfahrt, 10 Kilometer Strecke für eine Tasse Kaffee“ – da muss das Umfeld schon einiges zu bieten haben. Und mit Kaffee und Kuchen zuvor getätigte Investitionen wieder reinzuholen – ein Ding der Unmöglichkeit.

1,95 Millionen Euro sind gewünscht – „ich finde den Preis für so eine herausragende Einrichtung absolut angemessen“, erklärt Eigentümer Elsakov schriftlich und führt eine „sehr hochwertige Bauweise“ und eine Ausstattung an, die er als „komfortabel bis luxuriös“ beschreibt.

Auf die Frage, ob der Verkauf der Immobilie für Elsakov, der weit entfernt lebt und kaum einen persönlichen Bezug zu Hameln hat, vielleicht gar nicht von allzu großem Interesse sei, antwortet er: „Selbstverständlich wünsche ich mir, dass der Betrieb im Klüthotel-Restaurant möglichst schnell aufgenommen wird. Der Leerstand tut meinem Herzen weh.“ Er habe sich auf den ersten Blick in die Immobilie mit ihrem grandiosen Panorama-Ausblick über die Rattenfängerstadt und die Region verliebt. Vor kurzem sei der Verkauf von Hotel und Restaurant über die Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung beworben worden. Nicht mehr im Boot ist derweil der Makler Michael Ernst aus Neustadt am Rübenberge, der noch vor zwei Monaten mit der Vermittlung des Klütturm-Hotels beauftragt war. Dr. Sergej Elsakov beteuert: „Ich bemühe mich, einen richtigen Käufer zu finden.“