In Pyrmont lebt‘s sich sicher

Bad Pyrmont (ti). „Ich kann anhand der mir vorliegenden Kriminalstatistik feststellen, dass es sich sehr sicher in Bad Pyrmont leben lässt“, resümiert der Erste Kriminalhauptkommissar Manfred Hellmich als Dienststellenleiter für das Pyrmonter Kommissariat. Mit insgesamt 1221 für Bad Pyrmont registrierten Straftaten sei man deutlich unter früheren Belastungszahlen. „Und mit einer Aufklärungsquote von 72,21 Prozent liegen wir glatte zehn Prozent über dem Landesdurchschnitt“, fügt er stolz hinzu.

Dass annähernd drei Viertel aller Taten aufgeklärt und damit einem Täter zugeordnet werden konnten, bedeute für denjenigen, der durch die Tat einen Schaden oder eine Verletzung erlitten habe, eine Chance auf Wiedergutmachung oder Schadenersatz. „Es birgt aber auch die Chance, dass der Täter in Zukunft nicht mehr straffällig wird“, sagt Hellmich.

Doch nicht jeder zeige diese Einsicht, wie Kriminalhauptkommissar Andreas Zoch ergänzt. „Das ergeben beispielsweise die Betrugszahlen, bei denen wir eine deutliche Zunahme von 50 Delikten registrieren mussten.“ Dabei handele es sich in der Hauptsache um Online-Betrügereien. „Es ist generell verlockend und einfach, sich beispielsweise im Internet Sachen zu bestellen, dabei falsche Namen zu benutzen oder nicht zu bezahlen“, erklärt der Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes. Diesen ermittelten Tätern sei es dann auch oft egal, ob sie später immensen Geldforderungen gegenüberstehen.

„Dass hier Wohnungen aufgebrochen und ausgeraubt werden, kommt eher selten vor“, beruhigt Zoch. Im Vergleich zu 2017 habe sich die Gesamtzahl der angezeigten Einbrüche von 41 auf 21 nahezu halbiert. 11 dieser Delikte mit örtlichem Täterbezug konnten aufgeklärt werden.

Als sogenannte Tageswohnungseinbrüche seien lediglich vier Taten angezeigt worden. „Das hat sicherlich auch mit den Präventionsprogrammen zu tun, also den zusätzlichen Streifen, die in Wohngebieten gefahren werden, dem Ansprechen von Bewohnern, wenn zum Beispiel Fenster auf Kipp festgestellt werden“, kann Zoch Erklärungen dafür finden, warum es hier so geringe Fallzahlen gibt.

Als auffällig könne bezeichnet werden, dass auch in Bad Pyrmont über Telefonanrufe versucht worden sei, an das Geld anderer Leute zu kommen. „Das sind meist Anrufe aus Call-Centern im Ausland, die sich dann wellenmäßig bestimmte Vorwahlbereiche vornehmen“, sagt Zoch. Doch die Angerufenen, die zumeist anhand ihrer älter klingenden Vornamen ausgewählt würden, seien durch Berichterstattungen und gemeinsame Präventionsprogramme mit dem Seniorenbeirat gewappneter und ließen sich nicht mehr so leichtgläubig täuschen.

Dann greift Hellmich noch einmal die besonders belastenden Delikte, wie zum Beispiel die beiden Straftaten gegen das Leben heraus. „Auch dies war wenig spektakulär. Im einen Fall war es ein Fahrer eines Sprinter, der bewusst auf einen Polizeibeamten in Aerzen zufuhr und in Hameln festgenommen werden konnte. Das wurde als versuchtes Tötungsdelikt gewertet. Der weitere Fall war ein ärztlicher Kunstfehler, der sich allerdings nicht als solcher herausstellte.“ Und bei den drei Raubdelikten handle es sich eigentlich um Körperverletzungen, bei denen dann Gegenstände weggenommen worden sind. Bei den aufgeführten Sexualdelikten gehe es vorrangig um das Verhalten von Jugendlichen, die Handy-Videos weiterleiteten. Ansonsten spiele die früher so hoch bewertete Jugendkriminalität keine Rolle mehr.