Bad Pyrmont konnte neue Gäste gewinnen

Bad Pyrmont. Pyrmonter Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen waren im vergangenen Jahr mit einer Quote von 33,6 Prozent (plus 0,8 Prozent) so hoch ausgelastet wie lange nicht mehr. Das geht aus den jetzt veröffentlichten Zahlen des Landesamtes für Statistik für Bad Pyrmont hervor, die alle Beherbergungsbetriebe mit mindestens zehn Betten einschließlich der Kliniken und der beiden Campingplätze umfassen. Demnach wurden 2018 insgesamt 110343 Gäste beziehungsweise Rehapatienten registriert, 3,9 Prozent mehr als im Jahr 2017.

Die privaten Vermieter zusammen konnten 2018 gut 2000 Gäste mehr als 2017 begrüßen. Das entspricht einer Steigerung um 2,4 Prozent auf 85591 Gäste. Die Zahl der Übernachtungen insgesamt stieg um 1,2 Prozent auf 656427, was hauptsächlich den acht Pyrmonter Reha-Kliniken zu verdanken ist, mit einem leichten Plus. Die Zahl der privaten Übernachtungen stagnierte bei etwa 205000. Fortgesetzt hat sich der im Jahr 2017 erstmals abzeichnende Trend, dass die 16 Hotels und Hotels garni weniger Gäste beherbergten, die aber länger blieben. Im vergangenen Jahr stand ein Minus von 8 Prozent einem Plus von 3 Prozent gegenüber. Trotzdem sank die Aufenthaltsdauer der privaten Gäste insgesamt erstmals seit 20 Jahren um 0,1 Nacht.

Insgesamt 42 Betriebe hatten voriges Jahr geöffnet, die zusammen 3019 Betten anboten. Das waren ein Betrieb und 42 Betten weniger als im Jahr zuvor. Für Bad Pyrmonts Tourismusmanager Karsten Stahlhut, Chef der Bad Pyrmont Tourismus (BPT), ist es um so bemerkenswerter, dass trotz der rückläufigen Kapazität die Anzahl der Übernachtungen stabil ist und nicht weiter sinkt.

Dass die Zahl der Ankünfte erneut gestiegen sei, das komme einem Höchstwert gleich. Er stellt einen Zusammenhang mit dem von ihm initiierten Programm „Pyrmont Plus“ her, das die Vermieter finanzieren und das den Gästen zahlreiche Vergünstigungen bei der Nutzung von Pyrmonter Einrichtungen gewährt. Seit der Einführung von Pyrmont Plus vor sechs Jahren sei die Zahl der privaten Gäste um 18 Prozent gestiegen, rechnet er bei der Analyse der neuen Statistik vor. Zuvor seien die Ankünfte sogar rückläufig gewesen. „Mit dem Angebot haben wir ganz eindeutig neue Gäste für Bad Pyrmont gewinnen können“, betonte er und führt als Beispiel die Hufeland-Therme des Staatsbades an. „2018 gingen alleine 11700 Gäste mit einer Pyrmont-Plus-Card in die Therme, die ermäßigten Eintritte mit der Pyrmont Card (die auch Einheimische kaufen können, die Red.) haben sich hingegen seit 2013 kaum verändert.“ Bei einer Umfrage der Jade Hochschule unter Gästen hatten sieben Prozent das Plus-Angebot als Hauptgrund für einen Kurzurlaub in Bad Pyrmont angegeben. Dass sich dennoch immer noch nicht alle Vermieter an dem Programm beteiligen, sei ihm unverständlich, so der BPT-Chef. Immerhin konnte er mittlerweile das Hotel Steigenberger vom Sinn des Angebotes überzeugen.

Auf die Freizeitangebote, die die Pyrmont-Plus-Card ermöglicht, führt Stahlhut auch das sich positiv veränderte Image der Kurstadt zurück. „Vor sieben Jahren hatte Bad Pyrmont noch den Ruf, langweilig zu sein. Das hat sich deutlich geändert und hat mit der intensiven Nutzung der Freizeitangebote zu tun, die Bad Pyrmont zu bieten hat“, stellte er fest. Insgesamt seien die Gäste zufriedener, empfehlen Bad Pyrmont öfter weiter und es gebe deutlich mehr Erstbesucher.

Sein Ausblick auf das Jahr 2019 ist optimistisch. „Wir haben gegenüber 2018 aktuell 40 Prozent mehr Anfragen und 68 Prozent mehr Buchungen“, berichtete er. Für ihn ein Grund mehr, auf Bad Pyrmont zu setzen. „Aufgrund der stetig steigenden Auslastung ist es eine gute Zeit für Investitionen“, empfiehlt er all denjenigen, die sich im Tourismus engagieren.