Eine Stunde zappenduster

Hameln (jlg / jah). Big Ben in London, die Christusstatue in Rio de Janeiro und der Klütturm in Hameln haben am kommenden Samstag, 30. März, eines gemeinsam: Sie bleiben eine Stunde lang unbeleuchtet. Licht aus fürs Weltklima am Erath Day, der von der Umweltschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) initiiert wird. Es ist sicher nur ein kleines Zeichen, aber doch der Rede wert. Denn wo wären wir ohne Licht, ohne Strom, ohne Energie? Genau diese Frage steckt hinter der Aktion. Und es wäre mehr als ein Erfolg, wenn Hameln-Pyrmonter in ihren Haushalten eben auch von 20.30 bis 21.30 Uhr alle Lichtquellen löschen und auch den Fernseher nicht laufen lassen. Fast schon romantisch.

Weltweit nehmen Tausende

Städte am Earth Day teil

Während dieser einen Stunde gehen rund um den Globus die Lichter aus. Unzählige Privatpersonen zuhause und viele tausend Städte werden symbolisch ihre bekanntesten Bauwerke in Dunkelheit hüllen. „In Hameln wird an Dempterhaus, Hochzeitshaus, Klütturm, Museum, Pfortmühle, Rattenfängerhaus, der Markt- und der Münsterkirche, an zwei Altstadtgebäuden in der Wendenstraße und der Kirche Haverbeck die Objektbeleuchtung abgeschaltet“, sagt Janine Herrmann, Pressesprecherin bei der Stadt Hameln. Außerdem aber werde zusätzlich auch die Straßenbeleuchtung im Stadtgebiet und in den Ortsteilen um 50 Prozent heruntergefahren.

Die WWF Earth Hour findet dieses Jahr bereits zum 13. Mal statt. Ihren Anfang nahm die Aktion im Jahr 2007 in Sydney. In den darauffolgenden Jahren breitete sie sich dann über die gesamte Welt aus. Mittlerweile wird die „Stunde der Erde“ auf allen Kontinenten in über 170 Ländern begangen. Weltweit nehmen rund 7000 Städte teil, allein in Deutschland waren es 241 im vergangenen Jahr. In Deutschland steht die Aktion dieses Jahr unter dem Motto „Klimaschutz geht gemeinsam“. Die Umweltschützer wollen darauf aufmerksam machen, dass jeder seinen Teil zum Klimaschutz beitragen kann und muss. Vor allem Wahrzeichen in tausenden Städten werden in Dunkelheit gehüllt: vom Empire State Building in New York über das Opernhaus in Sydney bis zum Brandenburger Tor.

„Egal ob Eiffelturm oder Empire State Building, diese Wahrzeichen stehen für menschengemachte Schönheit und Ästhetik. Auf der anderen Seite zerstören wir Menschen die Umwelt, sorgen für ein Massenaussterben bei Tieren und Pflanzen und heizen das Klima an. Indem unsere beeindruckenden Bauwerke für eine Stunde dunkel werden, setzen wir auch ein weltweites Signal dafür, dass wir etwas gegen die menschenverursachten Katastrophen auf unserer Erde unternehmen müssen“, sagt Silke Hahn, WWF-Projektleiterin zur Earth Hour in Deutschland.

Laut WWF geht es bei der „Stunde der Erde“ darum, das Bewusstsein für die Umwelt und den Klimaschutz zu stärken – und das nicht nur für 60 Minuten. Der WWF möchte den Fokus auf das Wesentliche lenken: Jeder Erdenbürger könne im Alltag etwas zum Umwelt- und Klimaschutz beitragen, vom Einkauf regionaler und saisonaler Lebensmittel und weniger Fleisch bis zum politischen Engagement für eine gesunde Umwelt.