Kontrollen zeigen Wirkung

Weserbergland. Auf den Straßen der Landkreise Hameln-Pyrmont und Holzminden haben im vergangenen Jahr zwölf Menschen ihr Leben verloren. Im Jahr 2017 waren noch 15 Unfalltote zu beklagen. Es gab deutlich weniger Baumunfälle. Eine Person starb bei einem solchen Aufprall; im Jahr zuvor waren noch sieben Tote registriert worden. Die Anzahl der gemeldeten Verkehrsunfälle ist zudem im Vergleich zum Vorjahr um 74 Unfälle auf insgesamt 5737 gesunken.

Kriminaldirektor Ralf Leopold, Leiter der Polizeiinspektion Hameln/Holzminden, hatte überwiegend gute Nachrichten im Gepäck. Allerdings hat die Polizei mehr Unfälle mit Schwerverletzten und Toten (von 178 auf 200) aufgenommen. Bei diesen 200 Unfällen wurden 234 Menschen schwer verletzt oder getötet (222 Schwerverletzte, 12 Tote). Das ist ein Anstieg um 11,4 Prozent. Inspektionsleiter Ralf Leopold ist davon überzeugt, dass sich diese Unfälle „fast immer durch angepasste Geschwindigkeit und die Aufmerksamkeit des Fahrzeugführers oder der Fahrzeugführerin vermeiden lassen“. Deshalb werde die Inspektion weiter ein besonderes Augenmerk auf die Verkehrsüberwachung legen, um Unfälle mit schweren Folgen zu verhindern, kündigte der Polizeichef an.

Auch im Jahr 2018 war überhöhte und nicht angepasste Geschwindigkeit wieder eine der Hauptunfallursachen. Erstmals ist jedoch in diesem Bereich ein deutlicher Rückgang von 323 Verkehrsunfällen 2017 auf 269 2018 festgestellt worden. Diese Entwicklung führt Hauptkommissar Matthias Feldmann, Sachbearbeiter Verkehr bei der Inspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden, auf intensivierte Geschwindigkeitsüberwachung zurück. „Die polizeilichen Ahndungsmaßnahmen konnten in der Summe im Vergleich zum Vorjahr von 5059 auf 6261 Feststellungen erhöht werden. Das ist ein Plus von 23,8 Prozent – und zeigt, dass Maßnahmen wie Polizeipräsenz, der Einsatz von Lasermessverfahren und der ESO-Technik zur Geschwindigkeitsüberwachung erfolgreich sind.“

Ein weiterer unverzichtbarer Teil der Gesamtstrategie der Inspektion sei die Verkehrssicherheitsarbeit. Insbesondere die sogenannten „Risikogruppen“ stünden weiter im Fokus. Die Leiterin „Einsatz“, Polizeioberrätin Maren Jäschke, erklärt, was unter anderem damit gemeint ist. „Leider gab es im vergangenen Jahr einige schwere Motorradunfälle – teils mit tödlichem Ausgang. Dem begegnen wir mit verstärkten Kontrollen.“ Präventiv setze die Polizei weiter auf die sogenannten „Crash-Kurse“, um bereits junge Fahrer für die Gefahren des Straßenverkehrs „zu sensibilisieren und ein Stück weit zu schockieren“.

Obwohl 2018 weniger Drogen-Fahrten festgestellt wurden, würden in diesem Jahr verstärkt anlassunabhängige Schwerpunktkontrollen durchgeführt.