Kahle Stellen am Kastanienwall

Hameln. Alte Bäume weg, junge Bäume hin. Klingt einfach, wird es am Kastanienwall aber nicht. Bis eine Neubepflanzung überhaupt angegangen wird, dürfte noch einige Zeit vergehen.

Der Großteil der unter Bakterien- und Pilzbefall leidenden Kastanien ist inzwischen gefällt worden. Spätestens bis zum Februar 2020 sollen alle Kastanien verschwunden sein. Waren es die letzten Kastanien am Kastanienwall? Vielleicht. Entschieden sei über die Frage, welche Bäume künftig an der Straße stehen sollen, zwar noch nicht, aber: „Experten schätzen die Kastanie als Stadtbaum zusehends problematisch ein“, heißt es aus dem Rathaus. Kastanien seien nun mal anfällig für Bakterien und bisher gebe es keine Gegenmittel oder resistente Neuzüchtungen.

Nun soll es aber auch nicht damit getan sein, dort, wo die kranken Bäume gefällt wurden, die Wurzeln aus dem Erdreich zu holen und neue zu pflanzen. Generell stünde die Verwaltung bei diesem Thema noch ganz am Anfang, doch dabei gerät nun so einiges in den Blick. Die „Rahmenbedingungen“ für künftige Bäume sollen verbessert werden, heißt es. Also kommt es darauf an, was sich neben und unter den Wurzeln so befindet: Parkplätze, Gehwege, Leitungen der Hausanschlüsse.

Ziel sei, „eine nachhaltige und dauerhafte Entwicklung der Bäume über Jahrzehnte zu gewährleisten“, formuliert es Rathaussprecher Thomas Wahmes. Konkret dürften also Baumbeete neu zugeschnitten, Gehwege und Parkplätze – in welchem Ausmaß auch immer – neu gestaltet werden. So viel steht immerhin fest: Die Straße selbst soll bleiben, wie sie ist. Einen „Schnellschuss“ könne es in diesen Fragen nicht geben, sagt Wahmes. Also wird es noch dauern, bis es am Wall wieder grünt: Im „Spätsommer beziehungsweise Frühherbst“ will die Verwaltung zunächst mal im Umweltausschuss ein Konzept für den neu bepflanzten Kastanienwall vorstellen. Dann könnten – abhängig davon, wie schnell die Politik entscheidet und Geld bereitgestellt wird – wohl „ab Mitte 2020“ die Bagger am Straßenrand die Arbeit aufnehmen. Was das alles kosten wird, vermag die Stadt „in diesem frühen Stadium“ noch nicht zu sagen. Klar sei aber, dass die sonst geltende Faustregel „800 Euro pro Baum“ hier nicht passen dürfte. Auch wenn keine „förmliche Anliegerbeteiligung“ vorgesehen ist, sollen auch die Kastanienwall-Anwohner in die Planung einbezogen werden. Wie genau, darüber will sich die Verwaltung noch Gedanken machen.