Schon bald drei Leerstände weniger

Hameln. Hinter teils zugehängten Schaufenstern wird derzeit kräftig gewerkelt: Es tut sich was in Hamelns Innenstadt. Beispiel Bäckerstraße: Gleich zwei neue Läden eröffnen dort im April. Am kommenden Donnerstag, 4. April, feiert der „Karin Glasmacher Shop“ Eröffnung. Flyer zum Mitnehmen, die in einem Kasten an der Tür des Hauses Nummer 42 lagerten, kündigten schon an, was dort verkauft wird: „Mode made in Germany.“ Umfangreich saniert und neu gestaltet wurde das Ladengeschäft laut Herstellerfirma, der Strickerei Kilian Konrad GmbH & Co. KG. Das Unternehmen aus Engelskirchen hat 14 Jahre einen Shop in Bad Pyrmont betrieben: Jetzt ist das Geschäft samt Mitarbeitern nach Hameln umgezogen.

Ein paar Häuser weiter, an der Bäckerstraße 46, möchte Phillip Valencich in Kürze die Innenstadt gastronomisch mit neuem Leben füllen. In Grimsehls Haus, wo Kaufmann Grimsehl lebte und weitere Gewerke ihr Zuhause hatten, eröffnet der studierte Hotelmanager „Grimsehls Handwerk“ – eine auf das Haus zugeschnittene Gastronomie, in der die Hauptzutat Brot sein wird. „Wir kreieren Brotmahlzeiten in verschiedenen Variationen“, so Valencich, der aus Hameln kommt und zuletzt in Berlin als gastronomischer Leiter tätig war. Von den Vormietern hat er das Ladeninterieur gekauft; die Räumlichkeiten sind gepachtet. Die Zutaten für seine saisonale und regionale Küche – darunter das Brot – möchte er „größtmöglichst lokal beziehen“. Die ersten Kontakte hat er auf dem Wochenmarkt zu Händlern und Herstellern geknüpft.

Die Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung der Stadt beschreibt der Gastronom als „durchweg positiv“; wünscht sich aber noch ein Schnellverfahren für die Antragsbearbeitung. Gerade bei leer stehenden Objekten, die schnellstmöglich wiedereröffnen sollen, sei das von Vorteil. Seit 1. März dieses Jahres hält er die Schlüssel für Grimsehls Haus in der Hand. Schon oft wurde er auf sein Vorhaben angesprochen, die meisten „finden es gut, dass es ein neues Konzept ist“, so Valencich; er sei aber ebenso gefragt worden, ob es sich lohne. „Es gibt immer ein Risiko, das man auf sich nehmen muss“, sagt der Gastronom, der „Grimsehls Handwerk“ gerne noch vor Ostern eröffnen möchte.

Von der einen Gastronomie zur nächsten: Antonio Corica hat zum 1. Mai dieses Jahres die Räumlichkeiten der ehemaligen Fleischerei Steding in der Osterstraße 40 gepachtet. Roger Steding hat damit nun schneller als geplant einen Nachmieter gefunden, der auch einen Teil seiner Einrichtung übernimmt. Corica führt bereits seit 1994 ein italienisches Restaurant in Stadthagen. In Hameln möchte der gebürtige Italiener nun ein neues Konzept verwirklichen: ein italienisches Restaurant mit Feinkostabteilung. Um das Konzept in dem Ladengeschäft zu verwirklichen, stehen umfangreiche Umbaumaßnahmen an; die Räumlichkeiten werden nach hinten vergrößert; das „typisch italienische Flair“ soll einziehen. „In Hameln erhoffen wir uns mehr Laufkundschaft“, sagt der Gastronom.

Schon länger hat er nach einer geeigneten Lokalität in Hameln und Hannover gesucht; schließlich wurde es Hameln, die Stadt, die er schon kennt, und: „Herr Steding ist uns sehr entgegengekommen“, sagt Corica. Auch von der Stadtverwaltung, zu der er bereits wegen der Baugenehmigung Kontakt aufgenommen hat, spricht er nur positiv. Wenn alles gut läuft, so sei sein Plan, im Juni zu eröffnen. „Wir wollen noch den Sommer mitnehmen und planen eine schöne Außengastronomie.“