250000 Euro für Pyrmonter Bergdörfer

Pyrmonter Bergdörfer. Sie wirken zufrieden, die fünf Ortsvorsteher der Pyrmonter Bergdörfer, und sie sagen es auch. Grund: Das Amt für Regionale Landesentwicklung Leine-Weser hat zu öffentlichen und privaten Maßnahmen im Rahmen der Dorfentwicklung der Pyrmonter Bergdörfer Förderbescheide erteilt. 250000 Euro fließen auf diese Weise auf die Hochebene.

Im Frühjahr 2016 wurden Großenberg, Eichenborn, Neersen, Kleinenberg und Baarsen in das Dorferneuerungsprogramm des Landes aufgenommen, seit einem Jahr wird konkret daran gearbeitet. Erklärtes Ziel ist es, eine zukunftsweisende hohe Wohn- und Lebensqualitäten zu erhalten. Dass nun zunächst als erste öffentliche Maßnahme die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik für rund 150000 Euro (gefördert werden 94250 Euro) starten kann, soll ein Zeichen sein, dass es weitergeht, denn es hat sich eine leichte Ungeduld unter den Dorfbewohnern geregt. Das bestätigt Großenbergs Ortsvorsteher Dirk Wöltje. „Wir wollen zeigen, dass etwas passiert ist und dass es langsam losgeht“, sagte er am Dienstag bei einer Zusammenkunft im Rathaus.

Los kann es auch für vier Bewohner der Bergdörfer gehen, deren private Maßnahmen mit einem Kostenvolumen von zusammen 100000 Euro genehmigt worden sind und zu 30 Prozent gefördert werden. Laut Baurat Thomas Goretzki, der das Programm betreut, handelt es sich dabei um zwei Dacheindeckungen, eine Hofpflasterung und um eine Heizungserneuerung. Zwei größere Vorhaben – der Umbau eines Wirtschaftsgebäudes und die Instandsetzung eines leer stehenden Wohngebäudes – sind laut Hans-Georg Koesling vom Büro „forumK“ noch in der Abstimmung. „Bislang sind alle Anträge bewilligt worden“, berichtete der Diplom-Ingenieur, der die Dorferneuerungsplanung erarbeitet.

„Das ist fürs erste Jahr nicht schlecht“, befand Bürgermeister Klaus Blome, der nun hofft, dass diese Förderbescheide weitere Dorfbewohner zu privaten Maßnahmen motivieren. Allerdings müssen sie sich dabei auf Vorgaben einlassen. Zum Beispiel dürfen sie nur Holzfenster einbauen oder ein bestimmtes Pflaster verwenden. „Wir hätten bestimmt noch mehr Interessenten, wenn auch Häuser, die nach 1946 gebaut worden sind, von der Förderung profitieren dürften“, meint Baarsens Ortsvorsteher Paul von der Heide. „Und 70 Prozent der Kosten müssen sie auch erst einmal zusammenbekommen“, erklärt Wolfgang Mergel aus Eichenborn. „Ich freue mich jedenfalls über die Förderbescheide, auch wenn niemand von uns aus Kleinenberg dabei ist“, versicherte Melanie Brankov-Stein. Laut Koesling gibt es bereits weitere Antragsteller, deren Anträge bis zum 15. September 2019 abgegeben sein müssen.

Die Ortsvorsteher waren zusammengekommen, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Für jedes Dorf soll nun ein Projekt auf den Weg gebracht werden. In Großenberg denkt man daran, die alte Dorfglocke auf den Friedhof zu installieren, in Eichenborn das Dorfgemeinschaftshaus in Schuss zu bringen, in Kleinenberg die westliche Ortseinfahrt neu zu gestalten und in Baarsen das Dach der Friedhofskapelle zu sanieren. Dass die Neersener gerne ein Dorfgemeinschaftshaus oder -raum hätten, dafür zeigte Bürgermeister Blome zwar Verständnis, wollte Ortsvorsteher Michael Thielke aber angesichts der finanziellen Situation der Stadt keine Hoffnung machen.

Fünf bis sechs Jahre dürfte das Programm noch vor sich haben. Zeit genug, sich um die Themen zu kümmern, die in allen Dörfern am allerwichtigsten sind: Neben der Straßenbeleuchtung sind das laut Wöltje die Mobilität und die Sicherung der Grundschule in Baarsen.