Ist mit einem Aldi-Markt noch zu rechnen?

Hameln. Der Aldi-Discounter, der sich am Bertholdsweg niederlassen soll, lässt auf sich warten. Die längst verlassene, ehemalige Schule des britischen Militärs, die dem Discounter weichen soll, steht immer noch. Ob mit dem Aldi-Markt in der Nordstadt noch zu rechnen ist?

Bereits Mitte 2018 war bekanntgeworden, dass sich in der Nordstadt ein weiterer Aldi-Discounter ansiedeln wolle. Getan hat sich auf dem Gelände am Bertholdsweg seitdem allerdings noch nichts. Auf Nachfrage bei Aldi Nord hieß es vonseiten des Essener Konzerns: „Angesichts laufender Gespräche und Verhandlungen können wir Ihnen derzeit allerdings leider keine aktuellen Informationen geben.“

Es ist also nicht auszuschließen, dass die Verhandlungen scheitern. Bereits im September sagte ein Aldi-Sprecher auf die Frage, wann denn die ehemalige Briten-Schule abgerissen werde, um für den Neubau Platz zu schaffen, dass „konkrete Entscheidungen“ noch ausstünden.

Allem Anschein nach ist die Bauleitplanung für das Gelände in seiner jetzigen Ausführung für Aldi Nord nicht mehr attraktiv genug. Denn: Ursprünglich sollte neben der 1300-Quadratmeter-Fläche, auf der sich der Discounter ansiedeln wollte, auf einem Areal von rund 600 Quadratemetern zusätzlich eine Drogerie entstehen. Doch dieser Absicht erteilte der Rat der Stadt Hameln im Juni 2018 unter Verweis auf das städtische Einzelhandelskonzept eine Absage. Und genau das scheint der Knackpunkt zu sein, der die Verhandlungen in die Länge zieht.

Auf Anfrage im Rathaus heißt es zwar, dass die Stadt Hameln mit dem Investor „in der Erwartung“ verhandele, „dass er dort eine Einzelhandelsentwicklung realisiert“. Weiter heißt es, dass das städtische Einzelhandelskonzept für den Standort gegenwärtig eine Verkaufsfläche von höchstens 1300 Quadratmetern vorsehe. „Darin lassen sich ein Discounter und eine Drogerie mit den heute üblichen Flächenzuschnitten nicht realisieren“, führt Stadtsprecher Thomas Wahmes aus.

Und weiter: „Wunsch des Investors ist es daher, die Verkaufsflächenbegrenzung aufzuheben beziehungsweise so auszuweiten, dass zusätzlich zum Discounter ein Drogeriemarkt zulässig ist.“ Klar, eine Drogerie könnte zusätzliche Kundschaft anziehen. Doch diese zusätzliche Ausweisung für eine Drogerie müsse noch von einem Gutachter geprüft werden.

Wenn die Ausweisung jedoch „ohne negative Folgen für den Einzelhandelsstandort Hameln möglich“ sei, „würden wir den Ratsgremien eine entsprechende Beschlussvorlage unterbreiten“, so Wahmes. Bis der Abrissbagger für die englische Schule anrückt, dürfte also noch etwas Zeit ins Land gehen.