Gesucht, gefunden, versteigert

Hameln/Bad Pyrmont (lml). Das Auto: durchsucht. Die Tasche: leer. Der Schlüssel: weg. Da hilft nur noch hoffen – und das auf einen ehrlichen Finder. Verliert man Schlüssel, Ohrring oder, um Himmels Willen: das Smartphone – bricht erst einmal Panik aus. Sicherlich kennt der ein oder andere dieses Gefühl nur zu gut. Doch wo beginnt man mit der Suche, wenn zu Hause bereits alles abgeklappert wurde?

Hat man nicht zufällig das Glück, dass ein Beitrag in den sozialen Medien für die Rückkehr des verlorenen Gegenstandes sorgt, dann macht es Sinn sich im nahegelegenen Fundbüro zu erkundigen. Janine Herrmann, Pressesprecherin der Stadt Hameln, sowie Wolfgang Siefert, Pressesprecher der Stadt Bad Pyrmont, haben die wichtigsten Informationen über die beiden Fundbüros parat und erzählen, was bei der Abholung als auch bei der Abgabe von Fundsachen beachtet werden sollte. Außerdem, welche Möglichkeiten es gibt das eine oder andere Schnäppchen mit Fundsachen zu schießen und selbst Besitzer zu werden.

Es gibt zahlreiche Gegenstände, die in Fundbüros abgegeben werden – darunter auch mehr oder weniger außergewöhnliche Dinge wie Rollatoren, Schlauchboote, Werkzeuge oder tatsächlich auch mal ein Motorroller. Nicht abgegeben werden können Lebensmittel, Müll und Schrott – aus Gründen der Verderblichkeit oder eben Unzumutbarkeit. Für die Abholung in Hameln gilt, dass es unbedingt notwendig ist den verlorenen Gegenstand gut beschreiben zu können und Nachweise zum Abgleich zu haben, wie einen Zweitschlüssel, Seriennummer des Handys oder ähnliches.

„Handys müssen also auch mit der persönlichen PIN als Beweis entsperrt werden können“, beschreibt Janine Herrmann.

Manchmal werden

sogar Tiere abgegeben

Gleiches gilt in Bad Pyrmont, außerdem die Aufforderungspapiere der Abholung sowie ein Ausweisdokument. Sicher ist sicher – das bezieht sich vor allem auch auf persönliche Dinge wie EC-Karten, Ausweis- und Aufenthaltsdokumente. Dabei gibt es die Möglichkeit EC-Karten an Kreditinstitute, Personalausweise an das zuständige Einwohnermeldeamt und Aufenthaltsdokumente an die Ausländerbehörde zu übermitteln.

Selten kommt es auch vor, dass Tiere ihren Weg in das Fundbüro in Bad Pyrmont finden. Diese werden dann allerdings dem Tierheim Hameln übergeben. In Hameln ist das bekannt und laut Janine Herrmann gibt es diesen Fall im Fundbüro Hameln nicht.

Hameln lädt alle gefundenen Gegenstände, die keine Auskunft über den Besitzer geben wie Personaldokumente oder persönliche Papiere, im Internet auf dem Suchforum des Fundbüros hoch. Bad Pyrmont notiert die gefundenen Sachen in einem Fundbuch. Wer zu seinem Glück im Fundbüro sein geliebtes Smartphone wiederergattern möchte, für den fallen bei Abholung des Gegenstandes Gebühren an. „Diese staffeln sich je nach Wert des Gegenstandes und berücksichtigen den Verwaltungsaufwand“, so Siefert.

Und die Schnäppchen, die können dann gemacht werden, wenn die Fundsachen ihren Weg nicht zurück nach Hause gefunden haben, sondern über die öffentliche Versteigerung in neue Hände gelangen. Sowohl das Fundbüro in Hameln als auch das Fundbüro in Bad Pyrmont veranstaltet jährlich eine öffentliche Versteigerung – auch von Fahrrädern. In der Kurstadt komme man auf circa zwei bis zehn monatlich, so Siefert. Im vergangenen Jahr wurden so sage und schreibe 67 Drahtesel an den Mann beziehungsweise die Frau gebracht.

Zustand der

Räder variiert

In Hameln werden bis zu 100 Fahrräder jährlich versteigert. Der Zustand der Räder variiert. Von schrottreif bis gut erhalten sei alles dabei, sagt Wolfgang Siefert. Direkt vor der öffentlichen Versteigerung besteht auch die Möglichkeit einer Vorbesichtigung der Räder im Foyer des Rathauses in Bad Pyrmont.

Außer der Fahrräder werden Fundsachen, die seit mindestens einem halben Jahr auf Abholung warten, versteigert; sechs Monate ist die grundsätzliche Pflichtaufbewahrungszeit für das Gefundene. In Hameln finden Versteigerungen in der Pausenhalle der Schule Südstadt statt.