Ein Song als Highlight

Hameln. Wenn der Blick nach vorne an nichts hängenbleibt, wenn der Vorstellung von der eigenen Zukunft noch kein Plan zugrunde liegt, kann das unangenehm sein. (Fast) jeder, der kurz vor einem Abschluss steht, hat das Gefühl schon kennengelernt. Schön, wenn sich dann statt Klarheit wenigstens Optimismus breitmacht. Der Song „Somehow“ transportiert eben das, „irgendwie wird es gut sein“, somehow it‘s gonna be good. Erdacht, komponiert, aufgenommen, das ganze Singer-Songwriter-Programm durchlaufen haben acht Schülerinnen und Schüler des Schiller-Gymnasiums. Ihr Lehrer Stefan Licht schwärmt: „Ich bin sehr stolz auf die Truppe, von der ich nach dem Abitur nun leider einen Großteil ziehen lassen muss.“

Für sieben von acht Band-Mitgliedern ist bald Schluss am Schiller, und kurz vorher haben sie sich ein kleines Denkmal gesetzt: ein eigenes Lied. „Wer kann das schon von sich sagen?“, fragt Sina Dieckhoff, die zusammen mit Hanne Himler und Celine Kiok für den Gesang zuständig war. „Zwar gibt es CD-Einspielungen im schulischen Kontext, aber in aller Regel nicht mit Eigenkompositionen, sondern bereits existierenden Arrangements“, erklärt Pädagoge Stefan Licht die Besonderheit des Projekts „Band von 0 auf 100!“, das er im Rahmen der Musik-AG seit November begleitet hat. In Lichts Augen ein wichtiges Zeichen in der Bildungslandschaft, in der sonst häufig hauptsächlich naturwissenschaftliche Bereiche in den Vordergrund gehoben werden. Um aber kulturelle Teilhabe genießen zu können, müsse man davon erst etwas kennengelernt haben. Wovon soll er handeln, der eigene Song? Wie soll er klingen? Wovon braucht es mehr, wovon weniger? Alles wurde gemeinsam entschieden. „Etwas gemeinsam anzufangen und zusammen fertigzumachen“, war laut Hanne das, was die Arbeit so besonders gemacht hat. Beim Machen habe sich gezeigt, wer in welchen Bereichen gut ist. So hat die Keyboarderin Jana Mortzfeld den Grundstein gelegt mit einigen Textzeilen und ersten Akkordfolgen. „Wenn man am Anfang was hat“, womit sie weiterarbeiten konnten, erzählt Fabian Reuning, das sei ein wichtiger Moment gewesen. Üben, feilen, noch mehr üben, der Song durfte sich entwickeln, wie Hanne erzählt, das Genre sei nicht gleich klar gewesen. „Am Anfang ist er ruhig“, dann wird er rockiger, der erste Refrain erinnert stark an Kelly Clarkson.

Wie ein Lied aufzubauen ist, wussten alle, dafür beschäftigen sie sich zu viel Musik und betraten diesbezüglich kein Neuland. Wohl aber mit der professionellen Aufnahme im Studio. „Als Sänger ist man fast als Letzter dran“, sagt Hanne über die gemachte Erfahrung, „und allein im Studio“. Sie findet: „Es ist schöner, wenn alle zusammen spielen.“ Sina wiederum fand den Part toll, als sie mit den beiden anderen Sängerinnen im Studio war, „wir die Mikros im Dreieck aufgestellt haben und uns beim Singen angucken konnten“, Gänsehaut inklusive. Ohnehin sei die Atmosphäre im Studio – sie waren im alten Tonstudio des Jugendzentrums Regenbogen – cool gewesen. Unterstützung bekamen sie von zwei Profis: Raphael Becker-Foss und Björn Dumke haben die technische Leitung und den Feinschliff übernommen.

Zu hören war der Song „Somehow“ am Samstag schon im Lokalsender Radio Aktiv, wo die Schulband ihn und ihr Projekt vorstellen konnte. Als Nächstes präsentieren die acht Musiker ihn beim Schulkonzert am 27. Juni und beim Band-Konzert. Außerdem gibt es einen Download-Link auf der Schiller-Homepage, beworben wird er auch auf dem eigenen Instagram-Account der Hi!Light-Band, wie sich die (Noch-)Schüler nennen. Genau das waren die vergangenen Wochen inklusive fertigem Song wohl allemal: ein Highlight.