Wenn der Döner klingelt…

Hameln-Pyrmont (lml/mes). Zeiten ändern sich: Wurde Schülern vor einigen Jahren noch das Pausenbrot geschmiert, hatten sie im Optimalfall eine Cafeteria in der Schule, die belegte Brötchen oder Tiefkühlkost im Angebot hatte, so finden sich heutzutage in den Schulen immer mehr Mensen. Die Unterrichtszeiten wurden vielerorts ausgeweitet, Ganztagsschulen sind mittlerweile keine Seltenheit mehr – da will der Nachwuchs auch versorgt sein. Und auch bei uns im Landkreis tragen die Schulen dieser Entwicklung Rechnung und sorgen vor allem in der Mittagszeit für volle Mägen. Dabei hat jede Schule ihr eigenes Konzept – von Döner über Buffet bis gesunde Kost ist so ziemlich alles drin.

Das Albert-Einstein-Gymnasium (AEG) in Hameln hat bereits einiges an Konzepten hinter sich. Was einst mal als kleine Cafeteria fungierte, durch belegte Brötchen und Snacks, verkauft von Müttern und pädagogischen Mitarbeitern, wandelte sich nach Bezuschussung der Stadt Hameln und einem Sponsorenlauf der Schüler aus verschiedenen Jahrgangsstufen in eine neue Mensa. Das bedeutete erst mal viel mehr Platz und vor allem: warmes Essen vor Ort. Zurzeit ist das Schulzentrum Nord wohl die größte Baustelle der Stadt und das betrifft auch die Mensa des AEGs. Für zwei Schulen soll diese nun ausgebaut werden und dementsprechend mehr Platz bekommen. Betrieb ist trotzdem! Die Firma Pari ProJob, ursprünglich aus Stadthagen mit Standort in Hameln, beliefert die Schule jeden Tag mit Mittagessen und Desserts. Dabei sind die Speisekarten online einsichtig und auch bezahlt und bestellt wird über ein Online-System. Das erfordert eine Registrierung der Eltern, soweit die Schüler noch nicht 18 Jahre alt sind. Bestellt werden kann das Essen bis 18 Uhr am Vortag für 3,50 Euro und storniert werden kann bis 8.30 Uhr am Folgetag. „Ich finde das Angebot gut, es gibt immer ein Dessert und ich habe das Gefühl, dass auch viele Leute diesen Service gerne nutzen. Auch wenn natürlich immer wieder mittags etwas bestellt wird“, sagt AEG-Schüler Hagen Langosch.

Indes hat das Humboldt Gymnasium in Bad Pyrmont ein ganz anderes Konzept. Das Schulzentrum hat ein zentral gelegenes Mensagebäude zusammen mit dem Jugend-Zentrum und dem Kinder- und Familienservicebüro. Der Betreiber der Mensa ist Lippischer Kombi Service GmbH. „Das Essen wird in Buffetform angeboten, sodass die Schülerinnen und Schüler sich Speisen nach Geschmack zusammenstellen können“, erzählt Direktorin Barbara Conring. Außerhalb der Mittagessenzeit, also vor 12 und nach 14 Uhr, besteht ein Angebot an gesunden Snacks und Getränken, unter anderem bald auch Kaffee aus dem Faircup. Transferleistungsberechtigte Kinder können aufgrund von Sponsoren kostenfrei essen, alle anderen bezahlen 3,50 Euro.

Die Schule am Kanstein in Salzhemmendorf hat wiederum ein ausgearbeitetes pädagogisches Konzept – allerdings noch in der Testphase. Die Schüler können hier aus drei Quellen wählen: Es gibt das Mittagessen, das der Schule ebenfalls von Pari ProJob geliefert wird. Wie beim AEG Hameln erfolgt die Bestellung sowie die Bezahlung über das Internet und auch die Speisekarte ist online einsehbar. Die zweite Quelle ist tatsächlich der Dönermann von nebenan, denn „die Schülerinnen und Schüler gehen sowieso sonst heimlich dahin, warum sollte er dann nicht direkt unsere Schule beliefern?“, meint Christina Müller. Täglich kommen auch von ihm zwei bis drei Gerichte. Die letzte Quelle sind dann zwei hauseigene Köchinnen, die täglich drei Gerichte vor Ort kochen und täglich auch ein vegetarisches Gericht. „Wir sind sehr zufrieden mit diesem Konzept, aber dahinter steckt auch viel Arbeit“, erzählt Christina Müller. Zwischenzeitig hat sich die Mensa auch räumlich verändert. Ein abgetrennter Mittagsbereich gleicht optisch nun einem American Diner. Dieser Bereich ist erst ab der dritten großen Pause geöffnet und generell soll die Cafeteria ab dem Zeitpunkt nur für Personen geöffnet sein, die Essen und Trinken zu sich nehmen. „Es soll die gemeinsame Esskultur fördern und gleichzeitig ein Rückzugsraum für Schülerinnen und Schüler sein“, sagt Müller abschließend.