Rewe-Baustelle bleibt noch lange

Bad Pyrmont. Anlieger der Schillerstraße in Höhe des Rewe-Neubaus in Bad Pyrmont werden noch einige Zeit mit der Baustelle leben und die Autofahrer sich auf Wartezeiten einrichten müssen. Im Bau- und Umweltausschuss der Stadt war jetzt die Rede davon, dass es noch bis 2021 dauern könnte, bis die Arbeiten beendet sind. Auch von einer zeitweisen Vollsperrung der Straße war dort die Rede.

Die Baustelle hat sich offenbar als ziemlich schwierig erwiesen. Der Untergrund sei mit Ver- und Entsorgungsleitungen so voll, wie er es noch nicht erlebt habe, berichtete der von den Stadtwerken und der städtischen Entsorgung Bad Pyrmont ÄöR beauftragte Diplom-Ingenieur Michael Lex. Dazu komme ein abgängiger Mischwasserkanal, der nicht nur erneuert, sondern in den Untergrund unter der Fahrbahn verlegt werden müsse. Noch liegt der Kanal auf der Nordseite im Bereich des Gehweges. Doch weil dort so viele Leitungen der Stadtwerke und anderer Versorgungsträger wie der Telekom liegen, ist laut Stadt dafür hier schlichtweg kein Platz mehr.

Ausgelöst wurden die erheblichen Tiefbauarbeiten durch den Neubau des Rewe-Marktes, der mit Gas, Wasser; Strom und Telekommunikation versorgt werden muss. Ein starres Glasfaserkabel bereitet zusätzliche Probleme, weil es nicht ohne Weiteres verlegt werden könne, so der Planer. Und als wäre es mit allen diesen Widernissen noch nicht genug, hat sich nach seinen Worten auch der Untergrund als problematisch herausgestellt. „Vom Boden sind wir nicht gerade begeistert“, beschrieb Lex die vorgefundenen Bedingungen. „Das macht Untergrundverbesserungen notwendig“, berichtete er.

Die Arbeiten sind in zwei Abschnitte aufgeteilt worden. Der erste Abschnitt liegt zwischen Mühlenstraße und Herderstraße, der zweite noch bevorstehende zwischen Herderstraße und Zimmermannstraße.

Rewe selber wird wegen des deutlich größer ausgelegten neuen Parkplatzes eine Abbiegespur auf der Schillerstraße bauen. Das soll aber erst nach der für den 26. Juni geplanten Neueröffnung vom 12. August bis zum 30. September geschehen. Bis September werden auch die Stadtwerke mit ihren Anschlüssen zu tun haben – so jedenfalls die aktuelle von der Stadtverwaltung kürzlich veröffentlichte Planung.

Wie es dann weitergeht, scheint offen. Möglicherweise gibt es eine Atempause für Anlieger und Autofahrer und besonders für Radfahrer und Fußgänger, die es nicht leicht haben, die Baustelle zu passieren. Bis vor zwei Wochen war die Stadt noch davon ausgegangen, dass die AöR im Anschluss an die Arbeiten der Stadtwerke den neuen Kanal verlegen werden und dabei auch die Kanalhausanschlüsse der übrig angrenzenden Gebäude an der Schillerstraße erneuern. Doch jetzt ist von einem „möglichen“ Baubeginn im Februar 2020 die Rede, weil die Ausschreibung der Arbeiten noch ausstehe. Dadurch verzögert sich auch die Fahrbahnsanierung der Schillerstraße, für die die Landesbehörde für Straßenbau in Hameln zuständig ist und mit der die Stadt erst ab Sommer kommenden Jahres rechnet. Er gehe davon aus, so Lex, dass es bis ins Jahr 2021 dauern werde, bis die Schillerstraße wieder frei sei.

Der Planer beklagte sich über die bisherigen Bedingungen, unter denen gearbeitet werden müsse und ließ wissen, dass er schon mehrfach gegenüber der Stadt den Gedanken einer Vollsperrung der Schillerstraße geäußert habe. „Die Landesbehörde wird sicher versuchen, mit einer Vollsperrung der Straße zu arbeiten, damit es schneller geht“, gab er zu bedenken.