Ein Weltstar für den Jazzclub Doubletime

Von Jens F. Meyer

Hameln. Sie können es kaum erwarten, die Freunde und Förderer, die Macher und Musiker, ihren Jazz-Club Doubletime zu eröffnen. Obwohl noch eine Menge Arbeit auf der Baustelle am Ostertorwall in Hameln zu leisten ist, gab’s trotzdem schon ein Pre-Opening – nicht im Club, denn zwischen Farbeimern kommt wenig Stimmung auf, sondern im Hamelner Kunstkreis. Ein musikalisches Amuse-Bouche, um die Flamme der Leidenschaft für den Jazz zu entzünden und sie bis zum Oktober, zur Eröffnung des Clubs, zu einem Feuer der Begeisterung werden zu lassen. Dieses Feuer schürte Boris Faehndrich als Vorsitzender des Vereins zur Förderung von Jazz und Kultur in Hameln und verantwortlicher Doubletime-„Booker“ mit der Ankündigung einer Sensation: „Wir freuen uns, dass im November Wolfgang Haffner für zwei Konzerte zu uns kommt.“

Bumm – das saß! Jubel im Rolf-Flemes-Haus, wo die Stimmung ohnehin schon sehr gelöst war. Haffner spielt also zwei Konzerte im Doubletime! Das ist in Jazzerkreisen in etwa so viel Wert, als wenn die Rolling Stones im Weserbergland-Stadion auftreten würden.

Gute Beziehungen

in die Jazz-Szene

Dass der Jazz-Schlagzeuger Haffner überhaupt nach Hameln kommt, ist den guten Beziehungen Faehndrichs in der Szene zu verdanken. Der Hamelner Notar und Fachanwalt sitzt selbst seit Jahrzehnten am Schlagzeug, hat eine eigene Band „und Wolfgang und ich sind mittlerweile gute Freunde“. Eintrittskarten für die Haffner-Konzerte am 23. und 24. November wird es nicht vor Juli geben, und es wird wohl auch nicht lange dauern, bis sie vergriffen sein werden. Denn mehr als maximal 90 Besucher haben im Doubletime-Jazzclub keinen Platz, „aber das ist genau die Atmosphäre, die wir haben wollen“.

Das Pre-Opening im Kunstkreis wurde zum Happening für fast 200 Besucher. „Wir sind überwältigt. Es läuft.“ Zusammen mit Ehefrau Julia Sonnenkalb, Andreas Janus, Martin Mehnert, Johannes Weege und Thorsten Deichmann hatte Boris Faehndrich die Vision eines Jazzclubs in Hameln innerhalb relativ kurzer Zeit in die Tat umgesetzt. Mittlerweile gibt es 15 Jazzfans, die den harten Kern des Projekts bilden, ferner mehr als 100 unmittelbare und mittelbare Unterstützer. „Die Sanierungs- und Bauarbeiten müssen jetzt vorangehen. Da haben wir noch eine Menge zu tun“, sagt Julia Sonnenkalb. Fest steht, dass der Jazzclub bis Oktober fertig ist und dann ein Steinway-Flügel darin stehen wird! „Das erleichtert das Booking von bekannten Musikern sehr.“ Und in der Tat: Wer auf die Liste der bereits gebuchten Konzerte schaut (www.doubletime-club.de), wird darin auch Martin Tingvall und Jacob Karlzon finden – Jazzer von Weltrang.

Es ist ein Wagnis, das alle Beteiligten eingehen und dafür unter anderem auch ein Crowdfunding in Gang gebracht haben, aber die Vorzeichen stehen gut. Das Pre-Opening mit Sängerin Veronika Harcsa und Gitarrist Bálint Gyémánt kam prima an. Das Duo performte auch den Beatles-Klassiker „Come together“ in einer Jazzversion, und genau das war‘s: ein „Come together“ für den neuen Hamelner Jazz-Club Doubletime.