KVV bleibt bestehen

Bad Pyrmont. Mit großer Mehrheit hat die Mitgliederversammlung des Pyrmonter Kur- und Verkehrsvereins eine Sonderumlage zur Abwendung des Tourismusbeitrags beschlossen. 105 Ja-Stimmen standen 18-Nein-Stimmen gegenüber. Außerdem gab es 6 Enthaltungen. Eine Alternative wäre auch eine Vereinsauflösung gewesen.

-Friedrichs. Gut 100 der aktuell 386 Mitglieder waren gekommen, um über diese wichtige Frage zu diskutieren und zu entscheiden. Etwa 30, die verhindert waren, hatten ihr Stimmrecht übertragen, sodass es am Ende 130 stimmberechtigte Versammlungsteilnehmer gab. Ohne die Sonderumlage ist der Verein mit den bislang gezahlten Mitgliedsbeiträgen nicht in der Lage, die mit der Stadt für dieses Jahr vereinbarten 137500 Euro an die Bad Pyrmont Tourismus GmbH (BPT) zu zahlen. Es fehlen 25000 Euro, geschuldet dem Umstand, dass laut Kassenwart Peter Middel etwa 100 Mitglieder ihrer Zahlungsverpflichtung noch nicht nachgekommen sind. Abgesehen davon gebe es immer noch Betriebe, die sich der Solidargemeinschaft entzögen, berichtete die Vorsitzende Martina Tigges

Vorstandsmitglied Jan Wiedel zeigte sich dennoch mit dem bisher Erreichten zufrieden. „Ich hätte nie gedacht, so eine Solidargemeinschaft, wie wir sie jetzt haben, bilden zu können.“ Wiedel, der künftig auch dem Aufsichtsrat der BPT angehört, gab sich viel Mühe, den Mitgliedern die aktuelle Situation der Gesellschaft, die vom KVV, der Stadt und dem Staatsbad als Gesellschafter getragen wird, zu erläutern. Er sehe in der Sonderumlage, die 30 Prozent des jeweiligen Jahresbeitrages eines Mitglieds betragen wird, die einzige Möglichkeit, das bestehende System der Tourismusförderung zu erhalten. Die Einführung einer Tourismusabgabe würde das momentane System zerstören“, betonte er. Der KVV-Vorstand wolle genau festlegen und überwachen, wofür die Mittel der Mitglieder eingesetzt werden, begründete er den Vorstoß und nannte 100000 Euro jährlich als Grundbetrag zur Finanzierung der BPT als tragbar.

Bekanntlich steht die Gesellschaft vor einer Neuaufstellung, die EU-Recht geschuldet ist. Damit verbunden ist auch ihre finanzielle Ausstattung. Die Verhandlungen zwischen den Gesellschafter laufen, ein Ergebnis soll es im September dieses Jahres geben. „Ab nächstem Jahr greift das ausgehandelte Abkommen mit der Stadt und das wird den KVV entlasten“, versicherte Wiedel. Über das Verhandlungsergebnis sollen die Mitglieder abstimmen, die ihre Sonderumlage auch erst bis zum 30. September zahlen sollen. Vergangene Woche hatte der Verwaltungsausschuss einem vom Verein beantragten Aufschub für die diesjährige Zahlungsverpflichtung um zwei Monate bis zum 30. November zugestimmt.

In der Versammlung wurde die Sorge geäußert, dass es nicht bei der diesjährigen Sonderumlage bleiben könnte und auch die Frage gestellt, ob ein durch die Stadt erhobener Tourismusbeitrag nicht gerechter wäre, weil er alle Betriebe ins Boot hole. Zudem stehe noch gar nicht fest, wie hoch die Beiträge für die einzelnen Betriebe ausfallen würden, weil die Berechnungsgrundlage nicht klar sei. „Das würde sich wahrscheinlich verdreifachen“, so Wiedel unter Bezug auf die Summen, die die KVV-Mitglieder aktuell aufbringen. Er versicherte zudem, dass es bei einer einmaligen Umlage bleiben werde, eine andere Möglichkeit schließe er persönlich aus.

Kurdirektor Maik Fischer versicherte, dass der KVV für ihn sehr wichtig sei und dass sich jeder Euro, der für Tourismusmarketing ausgegeben werde, sich rentiere. Allerdings sehe er insgesamt noch nicht die Solidargemeinschaft in Bad Pyrmont, wie sie notwendig sei. „Ich würde gerne wissen, wie groß das Potenzial wirklich ist.“