Musikschule sieht sich vor großen Problemen

Bad Pyrmont. Die Musikschule Bad Pyrmont befürchtet, kommendes Jahr große finanzielle Probleme zu bekommen, bleibt es dabei, dass die Stadt den jährlichen Zuschuss um 15000 Euro kürzt. „Alle Beteiligten sagen, dass sie hinter der Musikschule stehen, aber es tut sich leider nichts“, sagte der Vorsitzende Carsten Alnor am Montag, der darauf hinwies, dass die Schule keine Planungssicherheit habe.

2016 hatte der Rat beschlossen, den jährlichen Zuschuss an die Musikschule bis 2019 von damals 80000 auf 95000 Euro anzuheben, damit sich die Einrichtung ein finanzielles Polster zulegen kann, denn ab kommenden Jahr soll der Zuschuss nur noch 70000 Euro betragen. „Damit würden wir in große Schwierigkeiten geraten“, sagte Alnor am Montag. 95000 Euro sei die Summe, die unbedingt benötigt werde, um den Betrieb mit 24 Mitarbeitern und gegenwärtig 1272 Musikschülern in Bad Pyrmont, Emmerthal und Aerzen aufrecht zu erhalten. „Ansonsten wissen wir nicht, was wir 2020 noch bezahlen können.“

Mittlerweile ist Bad Pyrmont Bedarfszuweisungskommune und musste sich dafür gegenüber dem Land verpflichten, die freiwilligen Ausgaben zu kürzen. Zu denen zählen auch Ausgaben für eine Musikschule. „Nach unseren Informationen darf uns die Stadt maximal noch 80000 Euro zahlen“, berichtete Musikschuldirektor Arndt Jubal Mehring. Das sei viel zu wenig, meinte er und wies darauf hin, dass die Schule alleine die Lohnerhöhungen nicht leisten könne. 90 Prozent der Kosten seien Personalkosten. „Als ich 2001 nach Bad Pyrmont kam, da betrug der Zuschuss der Stadt 186000 Mark. Alleine die Tariferhöhungen machen in diesem Zeitraum aber 38 Prozent aus“, rechnete er vor.

Auf die Problematik der Bedarfszuweisung hatte Mehring die Ratsmitglieder im vergangenen Jahr hingewiesen. Seitdem gab es Gespräche mit fast allen Fraktionen und der Stadtverwaltung, die aber bislang alle hinter verschlossenen Türen stattfinden. Vergangene Woche jedoch machte Ursula Körtner (CDU) die Einrichtung im Rat zum Thema, als sie bei der Beschlussfassung über das Bemühen Bad Pyrmonts als kinderfreundliche Stadt anerkannt zu werden, darauf hinwies, dass dabei das allerwichtigste – nämlich die Musikschule – vergessen werde. „Es ist zwingend notwendig, die Musikschule zu erhalten“, sagte sie und forderte, ihr schnellstmöglich Planungssicherheit zu geben.

Fraktionsvorsitzende Ute Michel. Das sei mit der Leitung der Schule so abgesprochen. „Wir lassen die Musikschule nicht am langen Arm vertrocknen, aber es wäre unangemessen, ein Angebot in dieser Stadt über alle anderen zu stellen“, betonte sie. Vertreter der Gruppe 17 wehrten sich dagegen, dass Körtner damit den Eindruck erwecke, die Gruppe wolle etwas anderes. „Es gibt noch Klärungsbedarf, und wir werden weiter mit der Musikschule sprechen“, betonte Grünen-

Kooperation mit der Musikschule Lügde, personelle Möglichkeiten und Gespräche mit Emmerthal und Aerzen über die finanzielle Beteiligung an. Beide Gemeinde leisten bereits Beträge. „Ohne finanzieller Unterstützung durch die Stadt droht ihr schon in diesem Jahr der Weg in die Insolvenz“, heißt es in dem Antrag. Damit ging sie indirekt auf einen Antrag der CDU-Fraktion ein. Die hat Anfang des Jahres gefordert, die finanzielle Förderung bis in das Jahr 2020 hinein auf gleiche Höhe zu belassen und dafür in den Budgets der sonstigen freiwilligen Leistungen –insbesondere Museum und Bücherei – zu kürzen. Außerdem regen die Christdemokraten eine

Im Rat hielt Lars Diedrichs (WiR) Körtner vor, eine unzulässige Dramatik der Situation aufgebaut zu haben. „Unser Ziel ist es, die Musikschule zukunftsträchtig aufzubauen.“

Welche Dinge noch zu klären sind, wie es Michel gesagt hatte, konnte Alnor am Montag nicht sagen. „Eigentlich ist alles klar. Wir fühlen uns als Musikschule der Stadt und würden gerne als solche behandelt werden.“