Rattenfänger gibt grünes Licht

Hameln (mes). Sie ist da! Am gestrigen Dienstag wurde die erste Rattenfängerampel in Hameln von Oberbürgermeister Claudio Griese und Rattenfänger-Darsteller Michael Boyer in Betrieb genommen. Die weltbekannte Sagengestalt regelt nun am Kastanienwall in Höhe des Rathauses den Verkehr für Fußgänger. Das Vorhaben konnte mithilfe von Sponsoren umgesetzt werden. Nicht nur zahlreiche Wegbereiter waren zur Enthüllung der Lichtsignalanlage gekommen, sondern auch Fernsehteams aus ganz Deutschland.

„Zwei Jahre hat es gedauert“, blickte Claudio Griese auf den langen Prozess zurück – von der Idee über den Antrag bis hin zur jetzigen Realisierung. Um dem Rattenfänger den Weg zum Ampelmännchen zu ebnen, waren diverse Hürden zu nehmen. Die anfänglichen Bedenken des Verkehrsministeriums waren zu entkräften und als in Hannover die touristische Bedeutung einer Rattenfängerampel erkannt wurde, musste ein von der Stadt beauftragtes Grafikbüro eine entsprechende Vorlage erstellen. „Wir können stolz auf die Umsetzung sein“, sagte Griese. In diese Worte schloss er auch alle Beteiligten ein – von den anwesenden Sponsoren bis zu den Vertretern des Verkehrsministeriums– und dankte allen „finanziellen und ideellen Unterstützern“.

Auch Michael Boyer freute sich. „735 Jahre und sechs Tage hat es gedauert, bis ich eine Ampel bekommen habe“, schmunzelte der Rattenfänger-Darsteller. Und er versprach, den neuen Hingucker auch künftig in seine Stadtführungen zu integrieren.

Der Standort am Kastanienwall sei deshalb gewählt worden, weil es sich um einen „der meistfrequentierten Übergänge in Hameln handelt“, begründete Stadtsprecher Thomas Wahmes. „Diese Stelle ist neben dem Fußgängertunnel am Grünen Reiter eine direkte Verbindung zwischen Bürgergarten, Rathaus, Theater und dem Stadtzentrum – für Fußgänger und Radfahrer.“ Weshalb unter der Silhouette des Rattenfängers auch ein Fahrradsymbol erscheinen wird. Damit die Figur gut erkennbar ist, wurde ein größeres Deckglas im Durchmesser von 30 Zentimetern (statt wie bisher 20 Zentimeter) für die Ampel verwendet. Umsetzung und Anbringung schlagen mit rund 3700 Euro zu Buche. Drei heimische Sponsoren haben die Kosten übernommen. Das Honorar für das Grafikbüro wird aus der Stadtschatulle bezahlt.