Feuer und Flamme für den Handy-Akku

Hameln-Pyrmont (mes). Smartphone, Tablet, E-Auto: Wir sind längst in einer digitalisierten Welt angekommen. Und, keine Frage: Sie erleichtert uns oftmals den Alltag in sämtlichen Bereichen. Doch nicht immer bringt die Digitalisierung nur Vorteile mit sich. Immer wieder geraten technische Geräte in Brand, Handy-Akkus sorgen für Schlagzeilen, weil sie Feuer fangen oder explodieren.

Der explosive Fall des Samsung Galaxy Note 7 hat Menschen weltweit verunsichert und zum ersten Mal auf die gravierende Gefahr von Lithium-Akkus aufmerksam gemacht. Doch nicht nur Samsung hatte Probleme mit seinen Akkus, auch Nokia und andere Hersteller waren von Akkudefekten betroffen und mussten verschiedene Smartphone-Modelle zurückrufen. Allgemein können überlastete und veraltete Akkus enorm schnell zum Problemfall werden. Dabei ist ganz egal, welches Smartphone und welcher Hersteller.

Zwar kann Polizeioberkommissar Andreas Appel von der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden nicht bestätigen, dass es durch fehlerhafte Akkus im Landkreis in der jüngeren Vergangenheit zu mehr Haus- und Wohnungsbränden gekommen ist. Das Risiko ist ihm aber genauso bewusst wie Kreisbrandmeister Frank Wöbbecke. Letzterer mutmaßt, dass das Problem in Zukunft noch größer wird, zumal die Zahl der E-Autos, E-Bikes und E-Rollerjetzt auch ansteige. Grundsätzlich brennen Elektroautos zwar nicht häufiger als Verbrenner, sogar eher seltener. Das Problem ist jedoch der unterschiedliche Brandverlauf der Lithium-Ionen-Batterien im Vergleich zu konventionellen Antriebstechniken. „Durch die hohe Spannung von 600 bis 800 Volt bei sehr hoher Energiedichte kann es bei defektem Akku zu einem selbstständigen Brandverlauf mit hoher Energiefreisetzung kommen“, sagt Wöbbecke. Zusätzlich können hochgiftige Gase wie die Flusssäure entstehen.

„Einen Akku-Brand kann man beim Smartphone nie ausschließen“, räumt auch ein Techniker von Heymann-Elektro in Hameln ein. Er warnt vor allem vor falschen Ladegeräten und Billigkabeln. „Damit gehen die Akkus schon mal hoch.“ Richtig explodieren würden sie meist aber nicht, sondern eher nur das Display nach oben drücken. Trotzdem sei Vorsicht geboten – zum Beispiel bei hohen Außentemperaturen. „Eigentlich sollte es sich von selbst verstehen, dass man sein Handy nicht bei 38 Grad in der prallen Sonne liegen lässt“, meint er. Eigentlich…

Worauf Handy-Nutzer noch achten sollten:

Den Akku besser unter Aufsicht laden. Das ist natürlich nicht immer umsetzbar, deshalb empfehlen Experten, den Akku beim Laden auf eine feuerfeste Unterlage sowie in einen Raum zu legen, in dem sich ein Rauchmelder befindet. Das Ladegerät muss zudem für den Akku geeignet sein.

Den Akku nicht überladen – sonst kann er thermisch durchgehen. Das bedeutet: Die gespeicherte Energie aus einer kaputten Akkuzelle wird dann sehr schnell freigesetzt. Es kommt zu einem Funkenschlag – das Feuer kann sich schnell ausbreiten.

Auch eine sogenannte Tiefentladung ist gefährlich – wenn der Akku vollständig leer ist. Das wird durch kalte Temperaturen begünstigt.

Akkus immer mit den Geräten laden, die dafür vorgesehen sind – bei Temperaturen zwischen 10 und 30 Grad.

Bei der Lagerung gilt: In unmittelbarer Umgebung sollten keine leicht entflammbaren Gegenstände stehen. Aufgeblähte oder beschädigte Akkus besser gar nicht verwenden, sondern fachgerecht entsorgen.

Wenn Lithium-Ionen-Akkus länger nicht genutzt werden – also etwa beim E-Bike in der Winterpause –, den Akku vom Gerät entfernen und einigermaßen kühl lagern – am besten, wenn er halbvoll geladen ist.