Von Meike Schaper

Heute wird mit Traditionen gebrochen. Statt Hi(s)tory gibt’s eine Neuentdeckung auf die Ohren. (Wobei der Jens Meyer ja auch schon hie und da geschummelt hat…) Schuld ist Deine Cousine. Nein, nicht meine und auch nicht seine – sondern Deine! Wusstest du nicht? Doch, doch, die macht Musik! Genau genommen heißt sie Ina Bredehorn und hat soeben als Backgroundsängerin von Udo Lindenberg dessen Tour für dieses Jahr abgeschlossen. Und genau in dieser Funktion hat sie mich umgehauen – neulich, beim Konzert in der TUI Arena Hannover. Danach erwachte mal wieder die Rechercheuse in mir und ich stieß beim Googeln auf Deine Cousine. Da ist sie wieder, Deine Cousine. So heißt Ina Bredehorns Deutschrock/-punk/-pop-Band. Und die will ich euch nicht vorenthalten.

Fans von Jennifer Rostock, den Toten Hosen & Co. wird diese Mucke besonders munden. Wo findet man heute schon noch deutschsprachige (oder ja eher: singende) Musik, die nicht zum Larifari-Einheitsbrei à la Revolverheld oder Max Giesinger zählt? So kostbar, so rar. „Deine Cousine“ hat’s drauf, ihr gelingt die Gratwanderung: melodiös und trotzdem nicht langweilig; eingängig, aber trotzdem fernab des Mainstreams. Irgendwie größer, lauter, fetter. Und ich bin so begeistert – habe mir gleich das im April erschienene Album „Attacke“ zugelegt –, dass ich nun Probleme habe, mich für einen Song zu entscheiden… „Runaway Girl“ oder „Freund oder Feind“? „St. Pauli“ oder „Scheiß auf Ironie“? Oder steigen wir mit dem ersten Track des Albums ein, der ebenso heißt? Ja, so machen wir’s, das passt: „Attacke“!

Die Wahl-Hamburgerin lässt es so richtig krachen. Dazu die mutmachenden, temporeichen Lyrics: „Zweifel pumpen durch die Venen / Erzählen dir, du bist das Problem / Doch du bist klug, du bist wild / Du bist stark und wunderschön“ – wer findet sich da nicht wieder? „Zeit zu kämpfen, deine Ängste fressen dich sonst auf / Hol den großen Mut und deine Kriegsbemalung raus / Denn der Mensch da im Spiegel, der kann so viel erreichen“ – das hat wohl jeder von uns schon einmal durchlebt. Oder tut es noch. Dazu gesellen sich krachende Gitarren-Riffs und ein schweißtreibender Beat auf einem hohen Energielevel. Erfrischend rotzig!

Und wer jetzt noch wissen will, warum „Deine Cousine“ diesen Verwandtschaftstitel gewählt hat: Ina Bredehorn präferierte einen familiären Künstler- beziehungsweise Bandnamen. Aber, wie die Wahl-Hamburgerin einräumt, habe „Ina“ in der Hansestadt erhebliche Konkurrenz und sei „Bredehorn“ nicht gerade weltmännisch klingend. Ja, clever ist die 33-Jährige auch noch! Na ja, wen wundert’s, kommt sie doch ursprünglich aus Niedersachsen, wuchs in der Nähe von Jever auf, brachte sich selbst das Klavier- und Gitarrespielen bei, gründete mit 14 ihre erste Band. Später absolvierte sie eine Ausbildung als Industriemechanikerin und sattelte in diesem Beruf noch den Meister drauf. 2014 bekam „Deine Cousine“ einen ersten prominenten Karriereantrieb. Beim von Udo Lindenberg begründeten „Panikpreis“ gewann sie in der Kategorie „Newcomer Band“. Ina und Udo lernten sich kennen, die Chemie schien zu stimmen und so entwickelten sich die musikalischen Dinge. Übrigens: Auf Lindenbergs „MTV unplugged II“-Album performt Ina an seiner Seite den Klassiker „Und du knallst in mein Leben“.

Na, Lust bekommen auf die blonde Röhre? Dann sei verraten, dass „Deine Cousine“ im Rahmen ihrer kommenden Tour auch Station in Hannover im Lux macht: am 30. November. Und wer noch mehr Input braucht: Schaut mal auf unserer Facebook-Seite vorbei, da haben wir ab Sonntagmittag das offizielle Video zu „Attacke“ am Start!

Sonntag gegen 11.30 Uhr auf Radio Aktiv: Also: Eins, zwo, drei vier, auf sie mit Gebrüll – diesen „Deine Cousine“ mit „Attacke“!