Qualität statt Schlager

Bad Pyrmont (mes). Frischer Wind wird wehen beim Goldenen Sonntag am 1. September im Bad Pyrmonter Kurpark: Marketing- und Veranstaltungsleiterin Silke Schauer hat in diesem Jahr ihre neue Stellvertreterin Kathleen Roeren das Programm mitgestalten lassen. „Es gibt spannende Neuigkeiten“, weckte auch Kurdirektor Maik Fischer die Neugier der Teilnehmer bei der Pressekonferenz im Hotel Steigenberger.

Vier Bühnen, zahlreiche Künstler, 15000 Lampions, Kerzen und Lichterschalen – diese Zutaten machen den Goldenen Sonntag aus. „Diese Traditionsveranstaltung beinhaltet viele wichtige Elemente, wie den Zapfenstreich“, schilderte Silke Schauer. Trotzdem: Als sie vor 19 Jahren zum Staatsbad gekommen sei, sah das Event noch ganz anders aus: weniger spektakuläre Acts, keine Kleinkunst oder Walk-Acts. Vieles habe sich seitdem getan. Und in diesem Jahr gebe es wieder „ein bisschen mehr neuen Duktus“. Heißt konkret: Es wird rockiger! Los geht‘s Sonntag, 1. September, um 13 Uhr mit der NDR1-Kultbühne. „Dieses Format haben wir letztes Jahr zum ersten Mal ausprobiert und es ist gut angekommen“, sagte Silke Schauer. Einzige Änderung: Die Location ist nicht mehr der Goldfischteich, sondern die Konzertmuschel. Hier bringt das NDR die „Smashing Picadillys“ mit, die neben Klassikern von Pop bis Kult um 14, 16 und 17.30 Uhr auch noch zur Rock‘n‘Roll-Party einladen und die Kracher der 50er-Jahre darbieten. „Somit klingt das Pyrmonter Wirtschaftswunder noch ein wenig beim Goldenen Sonntag nach“, schmunzelte die Veranstaltungsleiterin.

Für jede Menge Rock‘n‘Roll steht auch „Demon‘s Eye“, die an der Bühne am Goldfischteich eine professionelle Deep-Purple-Tribute-Show auf die Beine stellen (19 Uhr). Am gleichen Ort um 16 Uhr wird dem Musiker „Sting“ gehuldigt – „Regatta de Blanc“ begeistern mit den Hits des Briten. „Viele Besucher haben die Livemusik am Goldfischteich vermisst“, sagte Schauer. Jetzt kommen sie wieder voll auf ihre Kosten.

Natürlich wird den Besuchern auch Bewährtes geboten. So spielt das Blasorchester der Stadt Lügde um 20 Uhr in der Konzertmuschel und sorgt, gemeinsam mit der Bad Pyrmonter Schützengesellschaft, auch für den Großen Zapfenstreich gegen 21.45 Uhr. Und auch die Pyrmonter Theater Companie zeigt beim Lichterfest Gesicht: Im Palmengarten fordert sie die Gäste auf: „Kommt nach Pyrmont!“, und präsentiert eine Zeitreise in die 50er-Jahre (15, 16.30 und 18 Uhr).

Gab es in der Vergangenheit am Erdbeertempel Zeichnen- und Schminkaktionen, steht hier diesmal ein Foto-Bus. Das VW-Fahrzeug ist komplett umgebaut und bietet im Inneren eine Fläche für lustige Motive. Zahlreiche Accessoires zum Verkleiden stehen bereit und ein Passbildautomat sorgt dafür, dass die Nutzer ihre Fotos gleich mit nach Hause nehmen können. Auch ein Hochladen in die sozialen Medien ist möglich.

Im Refugium schließlich waret „etwas ganz Besonderes“, freut sich Silke Schauer. Das Teatro de Calle verzaubert mit überdimensionalen Puppen, die zur Musik tanzen und im Dunkeln leuchten. „Ein echter Hingucker, der einfach schön ins Parkambiente passt!“ Die Künstler reisen extra aus Spanien an. Verblüffend wird es mit „On fire“, der Show der „Cirq‘ulation Locale“. Die Belgier präsentieren waghalsige (Sprung-)Akrobatik mit Trampolin, Feuer und Pyro-Effekten auf einem hohen Gerüst.

Höhepunkt eines jeden Goldenen Sonntags ist aber nach wie vor die Illumination; daher hat die Veranstaltung auch ihren Namen. „Letztes Jahr gab es da zahlreiche Veränderungen, was die Organisation und die Motive betrifft, die gelegt werden“, erinnerte Schauer. Fast alles sei sehr gut angenommen worden; einzige Ausnahme: die Selfie-Station. An dieser Stelle (Triangelwiese) werde nun ein Herz gespiegelt. Auf der Kurdirektor-Wiese können die Besucher wieder eigene Motive legen – hier werden Kerzen gegen eine Spende verkauft, zugunsten des Hospiz-Vereins Bad Pyrmont. Im Palmengarten plant das Forum InterArt wieder eine Lichtinszenierung. Auch hier wird ein wenig nachgebessert: „Letztes Mal kritisierte mancher Besucher, dass einiges sehr geblendet habe“, erklärte Silke Schauer. Daher werde dieses Mal ein Teil des Palmengartens als „Tribüne“ für den Zuschauer bereitgestellt.

Zum Abschluss wird natürlich wieder ein musikalisches Höhenfeuerwerk geschossen (21.30 Uhr, Schlossinsel). Hierfür zeichnet erneut die Ernst Rohr GmbH aus Hannover verantwortlich.

Bis zu 70 Feuerwehrkinder werden am 1. September wieder damit betraut sein, die Kerzen und Feuerschalen zu entflammen. „Hinter dem Goldenen Sonntag steckt eine große Logistik; das ganze Team leistet hier Hervorragendes“, lobte Silke Schauer alle Beteiligten.

Wem es auffällt: Auch in diesem Jahr wird es (zum zweiten Mal infolge) keinen Stargast geben. „Wir haben die Qualität in der Breite gestärkt“, gibt Kurdirektor Maik Fischer dazu Auskunft. Die Veranstaltung solle nicht mehr auf ein Segment beschränkt sein, sondern alle Menschen ansprechen. „Das wird positiv aufgenommen“, bestärkte auch Regine Köpnick von der Bad Pyrmont Tourismus diese Neuausrichtung.