Auf die Plätze, fertig – Schule!

Hameln-Pyrmont (mes). Aus und vorbei – die Sommerferien sind Geschichte. Nicht nur beginnt für zahlreiche Kinder aus dem Landkreis Hameln-Pyrmont morgen wieder der Schulalltag – für so manche Mädchen und Jungen startet ein komplett neuer Lebensabschnitt, werden sie kommenden Samstag doch eingeschult. Da steigen die Nervosität und Neugierde, bei den Eltern kommt vielleicht auch ein wenig Wehmut ins Spiel.

Alle Verkehrsteilnehmer sollten jetzt in dieser Zeit besonders viel Rücksicht auf die Kleinen nehmen. Ganz egal, ob zu Fuß, mit dem Bus oder mit dem Rad – sich den Schulweg durch den Straßenverkehr zu bahnen, ist für viele Kinder eine echte Herausforderung. Ihr Blickfeld ist kleiner als das eines Erwachsenen und auch das Hörvermögen ist noch nicht so ausgeprägt: Sie können Geräusche schwerer lokalisieren. Vor allem im Bereich von Schulen sollten Autofahrer deshalb zu Beginn des neuen Schuljahres besonders viel Rücksicht nehmen, rät Simone Kalmbach, Polizeioberkommissarin und Verkehrssicherheitsberaterin der Polizeiinspektion Hameln. Sie sollten sich zudem darauf einstellen, dass Kinder plötzlich zwischen geparkten Autos hervorschauen: Wegen ihrer geringen Körpergröße müssen sich die Kleinen am Straßenrand vortasten, um den Verkehr einsehen zu können. Kinder können zudem Geschwindigkeiten schlechter einschätzen und haben grundsätzlich längere Reaktionszeiten.

Was Simone Kalmbach aber als viel größeres Problem erachtet: das „Chaos“ vor den Schulen, verursacht von den Eltern. Ihr Appell: „Trauen Sie Ihren Kindern mehr zu!“ Sie könnten ihren Nachwuchs die erste Zeit begleiten, aber dann würden sie den Weg auch alleine schaffen. Allen anderen Verkehrsteilnehmern empfiehlt sie: vorausschauend fahren und bremsbereit sein, gerade vor Schulen und Bushaltestellen.

Mädchen und Jungen, die mit dem Bus zur Schule fahren, tun das vielleicht zum ersten Mal. Für sie ist das Busfahren am Anfang ein Buch mit sieben Siegeln: An der Bushaltestelle, beim Ein- und Aussteigen und während der Fahrt lauern Gefahren, die jedes Kind kennen sollte. Und der Busfahrer hat nicht selten seine liebe Not mit der aufgeregten Rasselbande. Trotzdem: Die aktuellen Statistiken des Unfallverbandes zeigen, dass der Weg mit dem Schulbus mehr als zwölf mal sicherer als mit dem Fahrrad und mehr als viermal sicherer als mit dem Pkw ist. Um diese Sicherheit aufrecht zu erhalten, gibt Astrid Reinbach von den Öffis Hameln-Pyrmont wertvolle Hinweise: „Die Kinder sollten rechtzeitig von zu Hause losgehen, an der Haltestelle nicht toben, laufen oder fangen spielen und mindestens einen Meter Abstand zum heranfahrenden Bus halten“, sagt sie. Außerdem sollten sie nicht gegen die Bustüren drücken, beim Einsteigen nicht drängeln, die Fahrkarten schon vor dem Einsteigen bereithalten und dem Busfahrer unaufgefordert vorzeigen. Im Bus sollten sie die Schulranzen und Taschen auf den Boden stellen.„Und wer während der Fahrt stehen muss, hält sich gut fest“, so Reinbach weiter. Sie ergänzt, dass die Schüler keine Angst vor den automatisch schließenden Türen zu haben brauchen („Man kann nicht eingeklemmt werden!“), Zerstörungen und Verschmutzungen sollten sie dem Busfahrer melden und beim Aussteigen auf Radfahrer achten. Und, ganz wichtig: „Niemals vor oder hinter dem Bus über die Straße laufen, sondern immer warten, bis der Bus abgefahren ist!“

Natürlich sind auch die Eltern in der Pflicht, die ihrem Nachwuchs rechtzeitig das Busfahren bei- beziehungsweise näherbringen sollten. Dazu gehört es auch, dem jeweiligen Kind zu erklären, wo es einsteigen sowie wann und wo es aussteigen muss und wie es sich dies merken kann (zum Beispiel durch bekannte Gebäude auf dem Weg).

Ist der Weg zur Schule geklärt, benötigen die Kinder nur noch eine bestens ausgerüstete Lehranstalt. Dass die Schüler adäquate Unterrichtsräume vorfinden, dafür wurde in den Ferien gesorgt. In Hameln zum Beispiel gibt es kaum eine Schule, in der in den vergangenen Wochen nicht gewerkelt wurde. Über drei Millionen Euro teure Maßnahmen wurde zum Beispiel im Viktoria-Luise-Gymnasium (Vikilu) umgesetzt: Am Standort Hermannstraße sind sechs allgemeine Unterrichtsräume und eine Essensausgabe entstanden, am Standort Grütterstraße stand die Erweiterung zweier Unterrichtsräume sowie der Einbau eines Aufzugs an. Ordentlich etwas zu tun gab‘s auch am Schillergymnasium. Am Standort Gröninger Straße wurden zwei allgemeine Unterrichtsräume in einen multifunktionalen Fachunterrichtsraum umgewandelt. Um drei weitere Unterrichtsräume zu schaffen, gibt es jetzt eine weitere Etage, die auf den Seminarraum und die Schulbibliothek aufgesetzt wurde. Am Standort Waterloostraße sind vier allgemeine Unterrichtsräume entstanden. Kosten insgesamt: rund 2,3 Millionen Euro.

An der Papenschule steht derzeit die Brandschutzsanierung an. Hier wurden die Sommerferien für den ersten Bauabschnitt genutzt, indem eine Fluchttreppe errichtet wurde. Im kommenden Jahr geht es weiter mit der elektrotechnischen Brandschutzsanierung (Gesamtkosten: 940000 Euro).

Mit rund 30,5 Millionen Euro schlug die Einrichtung des Schulzentrums Nord zubuche. In der Pestalozzischule wurde von Gas auf Fernwärme umgestellt (zirka 35000 Euro) und in Sachen Brandschutz wurden Bypasstüren, Panikschlösser, Brandschutztüren sowie Verkleidungen und Schottungen eingebaut (Kosten: rund 120000 Euro). Auch in der Grundschule Klein Berkel wurde in den Sommerferien gearbeitet: Für etwa 1,3 Millionen Euro erfolgte hier der letzte Bauabschnitt der Brandschutzsanierung mit der Fertigstellung der Elektroarbeiten sowie der zweiten Rettungswege. In weiteren Schulen wurden zudem Beleuchtungssanierungen sowie Maßnahmen zur Inklusion und Instandhaltung vorgenommen. Die Schüler können also kommen! Morgen geht es in Niedersachsen wieder los – und für die Erstklässler dann ab Samstag