Zum Panieren in die Sandgrube

Hameln. Warum nur? Warum klettern Hunderte Erwachsene begeistert über Autos, krabbeln durch Matsch, stürzen sich in die Weser und robben durch Sandkästen? Und das an einem Sonntag, an dem man doch genauso gut – sagen wir mal – eine gemütliche Radtour mit einem Weizenbier an der Weser ausklingen lassen könnte. Doch die Teilnehmer des 7. Klüt-Trail-Runs sahen das anders. Warum? Weil’s Spaß macht.Mehr ging nicht: Wer am Spätsommer-Sonntag noch spontan eine Medaille beim Klüt-Trail-Run – veranstaltet von HALLO Mittwoch gemeinsam mit dem TC Hameln und der Sparkasse Hameln-Weserbergland – ergattern wollte, hätte früher aufstehen müssen. „Ausgebucht“, lautete seit Wochen die Botschaft. Aufgestockt durch den neuen Kids-Trail für die kleinsten Abenteurer, legte die Veranstaltung einen Rekord hin: 700 Anmeldungen. Mehr hätten dann vermutlich auch nicht auf die Strecke gepasst. Dabei ist so ein Trail-Run kein Sonntagsspaziergang mit Mutti, dass ein Lauf „Everybody-Trail“ heißt, hält so mancher Teilnehmer für gezielte Irreführung.

Die Strecke bietet Klassiker und neue Tücken: Es darf über Schrottautos gesprungen werden, bis sich die Dächer und Motorhauben biegen. Erneut geht es in die Weser und – für die Angeber-Fotos – über Feuerchen. Liebling aller Zuschauer aber bleibt wohl die Matsch-Mulde. Querlatten geben vor, wie tief die Sportler rein müssen: ganz tief. Mit brauner Pampe in mindestens einem Ohr – und eigentlich auch sonst überall – geht es direkt danach zum Panieren in die Sandgrube. Ein Traum.

Neu sind in diesem Jahr Seil und Strickleitern zum Hochklettern. An diesem kniffligen Hindernis staut es sich schnell mal länger. Doch ab Runde zwei entzerrt sich das Teilnehmerfeld. Die Runde wird flotter – und damit anstrengender. An den Hindernissen rettet nicht selten der Team-Spirit: Warten, Hände reichen, abstützen, hochziehen – alles selbstverständlich. Nach drei Runden à zwei Kilometer ist für einen „Everybody“ Schluss. Die Medaille, die die Teilnehmer um den Hals gehängt wird, ist imposant groß und – verdient, selbstverständlich!

Auch ein Freaky-Trail kam wieder zustande: 21 Kilometer über Hindernisse – Wahnsinn. In dieser Teilnehmerliste fanden sich dann Trail-Experten wie die von den OSC Heidesprintern. Die hatten in diesem Jahr auch den ersten Kids-Trail am Rennacker betreut und bekamen dafür den „Helping Eagle“, einen Preis für die besten Helfer, verliehen im Gedenken an Uwe Gronemann.

Mit den Preisen ist es ohnehin etwas Besonderes bei unserem Lauf. Zeiten zählen nicht. Der „Team Spirit“ für den bewiesenen besten Teamgeist geht diesmal an die Sportfreunde Haverbeck (Family-Trail, 2 Kilometer). Auf Platz zwei landeten Agaplesion (Everybody-Trail, 6 Kilometer) und Crossbox (Strongest-Trail, 12 Kilometer). Auch die Letzten bekommen einen Preis: Als „Kampfschweine“ wurden die Shadows aus Hannover ausgezeichnet.