Von Meike Schaper

Womit beginnt man ein neues Jahr? So rein musikalisch, meine ich. Besinnlich war gestern, die Weihnachtszeit ist passée, am besten begrüßt man ein neues Kapitel doch mit Pauken und Trompeten, oder? Aber das ist gar nicht so einfach, will man nicht gleich ein Bläserstück aus seiner (nicht vorhandenen) CD-Sammlung raussuchen. Auf ein paar klassische Instrumente bin ich denn aber doch gestoßen – allerdings in anderer, unerwarteter Form.

Vielleicht nehmen wir uns und unser Leben manchmal viel zu ernst. Und da ich keine Neujahrsvorsätze habe oder hatte, könnte dies doch einer sein: öfter über sich selbst lachen und nicht alles so kleinlich sehen. Mehr Humor, mehr Spaß – das spiegelt auch der Song „Pabbarotti & Friends: Roots Bloody Roots“ von J.B.O. wider. Hört man zunächst ein vermeintliches Orchester, wie es sich aufwärmt (oder wie meine beste Freundin jedes Mal Tränen lachend im Theater oder der Oper vor Beginn der Vorstellung sagt: „Wer’s nicht kann, braucht auch jetzt nicht mehr mit dem Üben anzufangen!“), das einem vormacht, ein ruhigeres Stück würde auf die Trommelfelle treffen, machen die Instrumente sogleich Platz für brachiale Gitarrenriffs und krachende Drums. Darauf folgt der „Gesang“, das (manchen) bekannte „Roots Bloody Roots“, der Refrain aus dem gleichnamigen Song von den brasilianischen Metallern „Sepultura“.

Die deutschen Fun-Punker von J.B.O., die es bereits seit 1989 gibt, können das Covern einfach nicht lassen. Ihre Versionen verschiedener Rock- und Disco-Songs, deren Lyrics sie meist lustig aufmotzen, sind berüchtigt. 1997 mussten Sepultura dran glauben. Oper trifft dabei auf Metal: Die Lyrics werden mal gebrüllt, mal als Arie intoniert. Während der Zuhörer durch die erste Strophe geprügelt wird, wird er anschließend mit reichlich übertriebenem Operngesang „belohnt“. Muss man mögen – oder sich eben ‚nen Spaß draus machen.

Heute heißt J.B.O. übrigens einfach jede Menge Spaß! Früher mal war es die Abkürzung für „James Blast Orchester“, aber dummerweise fühlte sich die Plattenfirma von James Last auf den Schlips getreten… Um 2000 fing die Band an, vor allem auf Eigenkompositionen zu setzen, hat sich aber immer noch der Verbreitung des Blöedsinns (die von den Musikern genutzte Schreibweise) verschrieben. Der stärkere Fokus auf Eigenkompositionen ist auch der Tatsache geschuldet, dass viele geplante Coverversionen von den Original-Urhebern nicht genehmigt wurden. Spaßbremsen!

Aber das wäre vielleicht auch ein Vorsatz für 2020: mal zu einem J.B.O.-Konzert zu gehen und sich das Spektakel anzusehen!

Sonntag 11.30 Uhr auf Radio Aktiv „Pabbarotti & Friends: Roots Bloody Roots“ Diesen hören wir die Spaßmacher aber erst einmal – wie gewohnt gegen mit dem Song .