2020 und das liebe Geld

Weserbergland (ey/mes). Was das neue Jahr bringt? Zunächst die nüchterne Erkenntnis, dass die Feiertage 3. und 31. Oktober sowie der zweite Weihnachtstag (26. Dezember) auf einen Sonnabend fallen. Schwacher Trost: 2021 wird‘s dann noch schlimmer, weil der 1. Mai auf einen Sonnabend fällt. Und sonst so? Für Hamelner mehr Ausgaben, weil Oberbürgermeister Claudio Griese finanzielle Löchern stopfen muss. 128 Millionen Euro will die Stadtverwaltung in den nächsten fünf Jahren in Hameln investieren. Um das zu schaffen, soll die Grundsteuer B von bisher 550 Prozentpunkte auf 600 angehoben werden. „Wir sehen dies als eine Solidarmaßnahme der Stadtgesellschaft zur Weiterentwicklung der Stadt“, sagt der OB.

Dass der Rat der Stadt dem Vorschlag folgen wird, dürfte fast sicher sein, denn woher Geld nehmen, wenn nicht stehlen? Allein in 2020 sollen mehr als 42 Millionen Euro investiert werden. Grundsätzlich kommen in diesem Jahr aber noch weitere Änderungen nicht nur auf Hamelner zu, die nicht lokalen Ursprungs sind, sondern landes- beziehungsweise bundesweit gelten. Durch die Wohngeldreform 2020 erhalten Haushalte mit niedrigem Einkommen ab 1. Januar 2020 mehr Wohngeld. Die Leistungserhöhung richtet sich danach, wie sich die Mieten und Einkommen in Deutschland entwickeln. Wie viel Wohngeld ein einzelner Haushalt erhält, hängt von der Größe des Haushalts, dem Einkommen und der Miete/Belastung ab. Um diese Haushalte gezielt zu entlasten, setzt die Bundesregierung 1,2 Milliarden Euro an Mitteln ein.

Energetische Sanierungsmaßnahmen an selbst genutztem Wohneigentum werden ab dem Steuerjahr 2020 für einen befristeten Zeitraum von zehn Jahren durch einen prozentualen Abzug der Aufwendungen von der Steuerschuld gefördert. Hierzu wird ein neuer § 35c EStG eingefügt. Förderfähig sind unter anderem Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen oder Geschossdecken, die Erneuerung der Fenster oder Außentüren sowie die Erneuerung beziehungsweise der Einbau einer neuen Heizungsanlage beziehungsweise die Optimierung bestehender Heizungsanlagen. Je Objekt beträgt die Steuerermäßigung 20 Prozent der Aufwendungen, höchstens insgesamt 40000 Euro. Der Abzug von der Steuerschuld erfolgt im Jahr des Abschlusses der Maßnahme und im folgenden Kalenderjahr in Höhe von jeweils höchstens 7 Prozent der Aufwendungen – höchstens jeweils 14000 Euro – und im zweiten folgenden Kalenderjahr in Höhe von 6 Prozent der Aufwendungen – höchstens 12000 Euro. Und hier noch ein Schnellüberblick über einige weitere Änderungen:

Günstiger Bahn fahren: Die Mehrwertsteuer auf Fahrkarten im Bahnfernverkehr sinkt von 19 auf sieben Prozent.

Geförderte E-Autos: Wer einen Elektro- oder Hybriddienstwagen auch privat nutzt, soll nur die Hälfte des geldwerten Vorteils versteuern müssen, und zwar bis 2030 statt nur bis 2021.

Höherer Kinderfreibetrag: Der Kinderfreibetrag steigt um 192 Euro. Mit dem gleichbleibenden Betreuungsfreibetrag in Höhe von 2640 Euro erhöht er sich dadurch auf 7812 Euro pro Kind und Jahr. Die Änderung gilt für den Veranlagungszeitraum 2019, also die Steuererklärung 2019.

Mehr Grundfreibetrag: Auch der Grundfreibetrag steigt an, nämlich von 9168 auf 9408 Euro im Jahr. Sinn und Zweck dieses Freibetrages ist die Existenzsicherung eines steuerfreien Mindesteinkommens – denn für Einkommen unter dem Grundfreibetrag müssen keine Steuern gezahlt werden.

Teurere Flugtickets: Ab 1. April 2020 steigt die Luftverkehrssteuer und Flugticket-Preise werden dadurch höher.

Höhere Umzugskostenpauschale: Ab 1. März 2020 klettert die Umzugskostenpauschale auf 1639 Euro für Verheiratete und 820 Euro für Singles.

Höhere Verpflegungspauschale: Wer beruflich mehr als acht Stunden am Tag unterwegs ist, soll künftig pauschal 14 Euro pro Tag für die Verpflegung absetzen können; 28 Euro sind es für mehr als 14 Stunden.