Hameln-Pyrmont (pj). Die Ausbildung ist anspruchsvoll, das Wissen, das angehende Jägerinnen und Jäger haben müssen, ist umfangreich. An der Jägerprüfung haben in diesem Jahr neben den Prüflingen des Jägerlehrhofs Springe und der Jagdschule Schüttler aus Holzminden 16 Prüfungskandidaten der Jägerschaft Hameln-Pyrmont teilgenommen. 13 von ihnen haben das Prüfungszeugnis nach achtmonatiger Ausbildung erhalten und können ihre Jagdscheine lösen.
Von Oktober bis Mai haben sich Jagdscheinanwärter bei Abendkursen und an Wochenenden getroffen, um zu lernen, was für das „Grüne Abitur“, wie die Jägerprüfung genannt wird, notwendig ist. Für Ausbildung und Prüfung stehen fachlich geschulte Jäger bereit.
Lebensmittelhygiene und Wildkrankheiten sind neben der Kenntnis der Tierarten und der Waffenkunde die Schwerpunkte der Ausbildung und der Jägerprüfung. Die Ausbildung zur Jägerin oder zum Jäger schließt die Kenntnisse der Wildbiologie ein. „Hierbei ist das Erkennen der Arten lediglich eine Grundvoraussetzung. Darüber hinaus sind die ökologischen Zusammenhänge durch die Kenntnisse über weitere heimische Tier- und Pflanzenarten gefordert. Wovon ernähren sich Fuchs, Dachs, Iltis oder Steinmarder und welchen Einfluss haben faunenfremden Arten wie Waschbär und Marderhund auf die heimischen Raubwildarten und deren Lebensräume“, erklärt Kreisjägermeister Jürgen Ziegler.
Wildfleisch ist eines der hochwertigsten Lebensmittel und deshalb begehrt. Die Herstellung eines Reh- oder Wildschweinbratens setzt die Ausübung der Jagd voraus. „Diese Jagdausübung muss tierschutzgerecht und nachhaltig sein“, betont der Vorsitzende der Jägerschaft Hameln-Pyrmont, Thorsten Bund. Sowohl Rehe als auch Wildschweine leben im Landkreis Hameln-Pyrmont und haben aufgrund bester Lebensbedingungen eine hohe Vermehrungsrate. Diese würde ohne Jagd nicht nur zu erheblichen Schäden in der Land- und Forstwirtschaft führen, sondern auch erhebliche negativen Auswirkungen auf die Existenz und die Gesundheit der einzelnen Tierarten selbst mit sich bringen. Ziegler und Bund verweisen dabei beim Wildschwein auf die Gefahr der Übertragung der Afrikanischen Schweinepest, die sich bekanntlich in Deutschland ausbreitet. Auch die Ansteckung mit der Räude würde bedenklich steigen.
Die Gesetzeskunde spielt bei der Jägerprüfung ebenfalls eine wichtige Rolle. Die Fragen sind vielfältig, die von der 15-köpfigen Prüfungskommission des Landkreises den insgesamt 39 Teilnehmerinnen und Teilnehmern während der mündlich-praktischen Prüfung im Revier gestellt worden sind. An einem weiteren Prüfungstag haben einhundert schriftliche Fragen beantworten werden müssen. Außerdem hat es auf dem Schießstand gegolten, Tontauben und Keiler- sowie Rehbockscheibe im Rahmen einer Mindestanforderung zu treffen. „Die Ergebnisse können sich auch in diesem Jahr sehen lassen“, stellen der Kreisjägermeister und der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Hameln-Pyrmont erfreut fest.
Beim gemeinsamen Abschlussabend gratulieren sie den erfolgreichen Jungjägerinnen und Jungjägern und danken den Ausbildern unter der Leitung von Werner Piszowotzki und der Prüfungskommission des Landkreises.
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