Bodenwerder (bor). Der Schützenverein Bodenwerder von 1514 e.V. ist über 500 Jahre alt und einer der ältesten Schützenvereine Deutschlands sowie der älteste Verein im Landkreis Holzminden.

Auch wenn der Schützenverein eine moderne Trefferanzeige mit Computerauswertung besitzt, findet jedes Jahr das traditionelle Königsschießen auf den Ständen eins und zwei statt. Hier werden die zwei rund 60 Zentimeter Durchmesser großen, hölzernen und handbemalten Königsscheiben von Schützenkönigin und Schützenkönig in 50 Meter Entfernung aufgehängt und dann beschossen. Mit Leim versehene Holzdübel werden nach Beendigung des Schießens in die Schusslöcher eingeschlagen.

Trotzdem herrschte in diesem Jahr Aufregung, als gleich zu Schießbeginn bei einem der ersten Schützen das stählerne Zugseil der Scheibenaufnahme riss, woraufhin das Königsschießen erst einmal unterbrochen werden musste. Da sich noch ein Ersatzdrahtseil im Lager des Vereins fand, konnte das Schießen bereits nach 23 Minuten fortgesetzt werden.

Und noch eine Tradition findet man nur in Bodenwerder. Die Auswertung der Königsscheiben findet stets in der „Münchhausengrotte“ am Hakenberg statt. Anwesend in der Grotte sind neben dem geschäftsführenden Vorstand nur die noch amtierenden Könige sowie der Bürgermeister der Stadt Bodenwerder (oder wie in diesem Jahr die stellvertretende Bürgermeisterin Elke Perdacher). Bis zur späteren Proklamation wird das Auswertegremium zum absoluten Stillschweigen verpflichtet.

Als erstes Ergebnis konnte der stellvertretende Jugendleiter Karl Hahn für die jugendlichen SAM-Trainer-Schützen als beste Lichtpunkt-Schützin die achtjährige Marie Goes präsentieren. Mit dem besten Teiler bei den Schülern tat sich in diesem Jahr Noah Jablonski als Schülerkönig hervor. Und noch ein Name konnte in der Münchhausengrotte bekannt gegeben werden: Christa Borchert. Nachdem sie bereits bei ihrem Zweitverein in Eschershausen in diesem Jahr Schützenkönigin geworden war, gelang ihr mit dem besten Teiler bei den Schützendamen dies nun auch in Bodenwerder. Nicht aus Bodenwerder, sondern aus Mehrbeck bei Stadthagen und mit einem Teiler von 226 kommt die diesjährige Volkskönigin Nadine Reim.  Platz zwei belegte Mandy Perrey aus Peine mit einem Teiler von 382 vor Nils Harder der mit Teiler 487 den dritten Platz belegte.

Weitere Namen konnte die stellvertretende Schriftführerin Theresa Meier dem Auswertegremium in der Grotte allerdings dann nicht mehr mitteilen. Nachdem die Scheiben von Ringschützenkönigin, Ringschützenkönig und Schützenkönig ausgewertet waren, hieß es von ihr jedes Mal nur: „Befindet sich hier im Raum“.

Wie sich dann bei der Proklamation im Schützenhaus herausstellen sollte, war Schießsportleiterin Doris Hahn die Schützin mit der höchsten Ringzahl von 29 und wurde Ringschützenkönigin. Karl Hahn stand seiner Ehefrau in nichts nach. Ihm reichte nur ein Ring weniger, um sich den Titel des Ringschützenkönigs zu sichern. Und weil er auch die „beste Zehn“ bei den Herren geschossen hatte, gelang ihm das „Double“ und er wurde damit auch gleichzeitig Schützenkönig für das Jahr 2023. Bei der traditionellen Königstaufe (mit Weserwasser) erhielt Karl Hahn wegen seines Doppelsieges den Königsnamen „Der doppelte Hahn“.

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