Coppenbrügge. Nicht-Jäger kennen Jagdhörner beziehungsweise Jagdhornsignale meist nur von der musikalischen Umrahmung von Herbstmärkten und ähnlichen Veranstaltungen oder von Beerdigungen, wo mit dem Signal „Jagd vorbei – Halali“ gelegentlich ein letzter Gruß erbracht wird. Regelmäßigen Kirchgängern ist vielleicht auch die Hubertus-Messe bekannt, die mit Jagdhörnern zelebriert wird. In früheren Jahrhunderten wurde das Jagdhorn hauptsächlich zur Verständigung auf der Jagd gebraucht. Treiberwehren – zu Zeiten der feudalen Jagd bestehend aus Bauern und Knechten – mussten im Gelände gelenkt werden, Hunde mussten herbeigerufen werden, um das Wild zu stellen und schließlich musste auch der Kutscher über weite Entfernung informiert werden, wo er denn mit seinem Gespann hinkommen sollte, um das erlegte Wild einzusammeln.

Heutzutage hat das Jagdhorn diese Funktion an moderne Kommunikationstechniken, wie Funkgeräte oder Smartphones, verloren. Jagdlich genutzt wird das Jagdhorn meist nur noch, um „die Strecke zu verblasen“, also den erlegten Tieren eine letzte Ehre zu erweisen.

Damit die alte Tradition des Jagdhornblasens irgendwann nicht ganz ausstirbt, hat Frankreich das Jagdhornblasen 2020 sogar von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkennen lassen. In Frankreich wird übrigens meist mit den größeren Parforce-Hörnern statt mit den bei uns häufiger anzutreffenden kleineren Fürst-Pless-Hörnern geblasen. Um auch bei uns in Deutschland die Tradition des Jagdhornblasens aufrecht zu erhalten, hat die Landesjägerschaft Niedersachsen bereits 2012 die „Bläserspange“ ins Leben gerufen. Hierbei handelt es sich um eine kupferne Hornfesselspange, also ein Abzeichen, was am Jagdhorn angebracht wird. Jäger können mittels einer Prüfung beweisen, dass sie die relevanten Jagdsignale beherrschen und wie früher auf Jagden als Signalbläser eingesetzt werden könnten.

Der Bläserobmann der Kreisjägerschaft Hameln-Pyrmont, Friedhelm Blickwedel, hatte Ende September eine entsprechende Prüfung organisiert, an der auch mehrere Jäger aus dem Hegering Coppenbrügge teilnahmen. Allen wurden per Losverfahren fünf unterschiedliche Signale zugeteilt, die dann einzeln vor einer Jury geblasen werden mussten. Die teilnehmenden Coppenbrügger Jäger meisterten diese Herausforderung erfolgreich und erhielten jeweils eine Urkunde sowie die begehrte Bläserspange.

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