Coppenbrügge. Deutschlandweit ereignen sich laut Auskunft der Versicherungsbranche rund 726 Wildunfälle täglich. Die Dunkelziffer dürfte noch höher liegen, da zum Beispiel Trunkenheitsfahrten meist gar nicht gemeldet werden. Die Wildunfälle sind jedoch nicht gleichmäßig über das Jahr verteilt; es gibt eine deutliche Zunahme im Frühjahr und jetzt im Herbst. Doch woran liegt das?
Zum einen sind Wildtiere in den Herbstmonaten viel unterwegs, um natürliche Futterstellen wie Maisäcker oder Eichenwälder aufzusuchen, um sich Reserven für den Winter anzufressen. Diese Aktivitäten finden meist in der Dämmerungsphase statt. Dabei überqueren sie zwangsläufig Straßen, die die natürlichen Lebensräume der Wildtiere durchschneiden.
Zum anderen ist auch der Mensch aufgrund des typischen Arbeitsrhythmus häufig vermehrt zu bestimmten Zeiten unterwegs: Morgens mit dem Auto die Fahrt zur Arbeit, nachmittags die Fahrt nach Hause. Jetzt im Herbst fallen diese Fahrten oft (auch bedingt durch die Zeitumstellung) in die Dämmerungsphase und damit in die Aktivitätsphase der Wildtiere. Und schon kommt es zum Zusammenstoß! Je nach Größe des Wildtieres können dabei Kräfte von mehreren Tonnen auf das Fahrzeug einwirken, was zu entsprechenden Material- und eventuell auch Personenschäden führt. Auch für die Wildtiere gehen die Zusammenstöße in der Regel leider nicht gut aus.
Doch wie lassen sich Wildunfälle vermeiden? Gerade im Herbst kommt es häufig zu Nebelbildung, nasses Laub macht die Fahrbahn zusätzlich rutschig, Wild als Hindernis ist spät zu erkennen und der Bremsweg des Autos ist bei hoher Geschwindigkeit entsprechend lang. Der Hegering Coppenbrügge der Jägerschaft Hameln-Pyrmont e.V. empfiehlt daher eine vorsichtige, witterungsangepasste Fahrweise. Hinweisschilder auf Wildwechsel sollten unbedingt ernst genommen werden; doch auch wo keine Warnschilder stehen, kann unvermittelt Wild auf der Fahrbahn auftauchen. Vermieden werden sollten reflexartige Ausweichbewegungen, da dies häufig zu einer Kollision mit dem Gegenverkehr oder einem Baum am Straßenrand führt.
Wenn es doch zu einem Wildunfall gekommen ist, sichern Betroffene die Unfallstelle ab (Warnblinker einschalten, Warndreieck aufstellen, dabei Warnweste tragen) und informieren die Polizei; diese wird dann den zuständigen Jäger oder Förster informieren. Falls das Wildtier verletzt an der Unfallstelle liegt, Abstand halten. Zum einen können verletzte Tiere aus Selbstverteidigungstrieb zum Angriff übergehen, zum anderen bedeutet die Nähe des Menschen für ein wildes Tier unnötigen (und vermeidbaren) Stress. Wenn das angefahrene Tier geflüchtet ist, der Polizei oder dem Jäger nach Möglichkeit die Richtung beschreiben, damit gegebenenfalls eine Nachsuche eingeleitet werden kann.
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