Hameln. Pfadfinden im Krieg: 42 ukrainische Pfadfinder vom Stamm „Scouts of Dnipro“ schilderten dem VCP-Stamm Florian Geyer Hameln und den englischen Sea Scouts aus Hamelns Partnerstadt Torbay eindrucksvoll ihren Alltag. Sie gingen der Frage nach, wie der Krieg ihr Leben verändert hat.
Die Hamelner Pfadfinder hatten ihre Partnerstämme wieder zu einem gemeinsamen Zeltlager, einem Friedens-Jamboree, auf den Pfadfinderzeltplatz Töneböncamp in Hameln eingeladen. Nicht alle Scouts of Dnipro waren aus der Ostukraine angereist: Da kamen wie vor zwei Jahren wieder Vlad aus Frankfurt, Kamilla aus Paris, die große Masha mit zwei weiteren Pfadis aus der Nähe von Wien, Iliia aus Berlin und die kleine Masha aus dem Großraum Oslo dazu sowie Platon in Hameln. Sie alle waren glücklich, ihren alten Stamm fern der Heimat wiederzutreffen.
Die insgesamt 130 Pfadfinder verbrachten gemeinsam friedliche und erlebnisreiche Tage mit Wandern, Minigolfen, Baden, Geländespielen, Workshops und natürlich Lagerfeuerrunden. Die Sea Scouts zog es zudem nach Wolfsburg und in den Harz, die Scouts of Dnipro nach Bremen und zu den Externsteinen. Am Tag des offenen Lagertores besuchten unter anderem Oberbürgermeister Claudio Griese, Sylke Keil vom Verein für Städtepartnerschaft und Karin Echtermann als Vertreterin der SPD Süd West und Freundin der Scouts of Dnipro.
Der Krieg war weit weg und doch erreichten erschütternde Nachrichten das Camp. Bereits die letzte Nacht vor der Abreise war in Dnipro die mit den schwersten Luftangriffen seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 gewesen. Während des Jamborees dann am 07.08. die Meldung „Putin lässt Ferienlager angreifen“, es gab Tote und Verletzte.
Die Antwort der Scouts of Dnipro auf die Frage, wie der Krieg das Leben verändert hat, war übrigens: Unser Dasein ist eine tägliche Lotterie. Dnipro ist eine große Industriestadt, ca. 80 km von der Frontlinie entfernt. Die Bevölkerung ist täglichen Drohnen- und Raketenangriffen Russlands ausgesetzt. Seit Kriegsbeginn hat die Stadt viele Binnengeflüchtete aus den russisch besetzten Gebieten der Ostukraine aufgenommen und ist bemüht, diese zu integrieren. So auch die Scouts. Dem Stamm gehören inzwischen über 120 Mitglieder an.
Der Stamm Florian Geyer ist sehr erleichtert, dass seine Partnerstämme wohlbehalten wieder zuhause angekommen sind und hofft auf ein glückliches Wiedersehen!
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